Kommentar: Höhere Kita-Gebühren

Ein Sparkurs mit Maß

Foto: Andreas_Laible

Mit 30 Millionen Euro sollen Eltern durch höhere Kita-Gebühren nun das bezahlen, was der Senat an anderer Stelle mit offenen Händen ausgegeben hat. So könnte man sich empören.

Doch diese Argumentation greift zu kurz. Fakt ist: Die Ursachen für den Sparzwang sind vielschichtig und nicht alle hausgemacht. Fakt ist auch: Allein für Kinderbetreuung gibt die Stadt rund 400 Millionen Euro aus. Pro Jahr. Davon könnte Hamburg, das betont Senator Dietrich Wersich gern, mehr als eine Elbphilharmonie finanzieren.

So klingen die 30 Millionen schon weniger erschreckend. Und: Sie sind im Wesentlichen gerecht verteilt. Die Mehrkosten für das Essen sind moderat. Ist uns eine gute Mahlzeit für Kinder nicht einen Euro wert? Sind acht Euro im Monat nicht zu verschmerzen? Sie sind es. Eine Kinokarte wäre das umgerechnet. Kaum zu kritisieren ist auch die Beitragserhöhung für Besserverdiener. Bei einem Nettoeinkommen von 3475 Euro führen 100 Euro nicht zu akuten Notlagen. Und letztlich wird nur ein Bruchteil davon in vollem Umfang betroffen sein.

Ein falscher Weg aber ist die Verschiebung des Rechtsanspruchs auf Kita-Betreuung. Denn das, was mit dem Elterngeld einen guten Anfang genommen hat, muss mit einer funktionierenden Betreuung fortgesetzt werden - die bessere Vereinbarkeit von Kind und Beruf. Das wird nun schwieriger: Denn eine gute Tagesmutter als Alternative zur Kita ist nicht nur schwer zu finden, sondern ist vor allem teurer als die jetzt erhöhten Gebühren.