Unternehmen Hamburg

Otto verkauft Markenrechte von Privileg an Whirlpool

Mit dem Verkauf der Markenrechte an Whirlpool ist zumindest sicher, dass die Marke Privileg in Deutschland und Österreich fortgeführt wird.

Hamburg. Für die traditionsreiche Küchengerätemarke Privileg beginnt ein neuer Lebenszyklus. Der Hamburger Handelskonzern Otto hat die Markenrechte an den US-amerikanischen Haushaltsgerätehersteller Whirlpool verkauft, der künftig unter diesem Namen unter anderem Kühlschränke, Trockner, Waschmaschinen und Küchenherde produzieren will.

Die neuen Privileg-Geräte sollen wiederum vom Sommer an über die Verkaufskanäle der Otto-Gruppe vertrieben werden - und zwar zunächst über Otto, Schwab und Baur, sagte gestern Otto-Sprecher Thomas Voigt. In Österreich erfolge der Verkauf über Otto und Universal. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Deal muss noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.

Die Marke Privileg war im Zuge der Insolvenz des Handelsriesens Arcandor 2009 in die Pleite geschlittert. Der Hamburger Versandhändler Otto hatte sich aus der Insolvenzmasse nicht nur das Russland-Geschäft des Versandhauses Quelle einverleibt, sondern auch die Markenrechte von Quelle und Privileg. Nachdem die EU-Kommission die Übernahme im Februar genehmigt hatte, belebte die Otto-Gruppe die Marke Quelle im März zunächst wieder im Internet. Allerdings werden auf der Webseite bisher nur Waren der zu Otto gehörenden Versender angeboten, wie Baur, Schwab, Witt Weiden oder Bonprix. Ob, wann und wie die Marke Quelle mit neuen Inhalten gefüllt wird, ist noch ungewiss.

Mit dem Verkauf der Markenrechte von Privileg an Whirlpool und der daran gekoppelten Vertriebskooperation ist aber nun zumindest sicher, dass die Marke Privileg in Deutschland und Österreich fortgeführt wird. Eine weitere Expansion in andere Länder ist nicht ausgeschlossen. Der US-Konzern Whirlpool zählt zu den weltweit größten Haushaltsgeräteherstellern. Er vertreibt unter anderem die Marken Bauknecht, KitchenAid, Maytag und Consul und erzielte 2009 mit rund 67 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 17 Milliarden Dollar (9,7 Milliarden Euro zum aktuellen Wechselkurs).

Bislang wurden die Geräte von der Whirlpool-Konkurrenz, der AEG-Mutter Electrolux, produziert. Der Herstellerwechsel hat für die Altbesitzer von Privileg-Geräten einen Nachteil. Die Gewährleistung für die bisherigen Geräte übernehmen weder Otto noch Whirlpool. Wer dennoch ein Problem mit seinen Geräten hat, kann sich an das Unternehmen Profectis wenden. Dieses übernimmt Reparaturen - allerdings gegen Bezahlung. Allen Privileg-Kunden wurde jedoch nach der Quelle-Insolvenz eine Versicherung für 1,50 Euro je verbliebenen Monat Garantie angeboten, um sich gegen spätere Reparaturen abzusichern, sagte der Sprecher des Karstadt-Insolvenzverwalters, Thomas Schulz: "Mehr als 100 000 Kunden haben diese Versicherung abgeschlossen."