Studie

Wenn Schüler zu viel über sich im Internet preisgeben

Kiel. Mehr als 100 000 Schüler in Schleswig-Holstein geben trotz aller Warnungen im Internet persönliche Daten und auch intime Details preis. Das geht aus einer bundesweit einzigartigen Studie hervor, die in Kiel vorgestellt wurde und eine weitere Befürchtung bestätigt. Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen im Norden hat schon mindestens einmal illegal Musik oder Filme aus dem Netz heruntergeladen. "Es gibt kaum noch Tabus", sagte der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, Stefan Bock. Schüler seien im Internet Opfer und Täter. Er stützte sich dabei auf die Befragung von 5550 Kindern und Jugendlichen (elf bis 21) aus allen Schularten. Ergebnis: Fast 90 Prozent der Pennäler haben sich in Online-Netzwerke wie SchülerVZ eingeloggt. Jeder Dritte von ihnen stellt sein Profil (etwa Name, Adresse, Vorlieben) ungeschützt ins Netz. Besonders arglos mit ihren Daten gehen Berufs- und Gemeinschaftsschüler um. Auf Platz drei folgen Gymnasiasten. Fast jeder Fünfte von ihnen hat ein öffentliches Profil.

Das könne später nicht nur die Jobsuche erschweren, sagte Studienleiter Boris Wita. In Ostholstein habe ein Mann im Internet Daten über ein Kind gesammelt und es dann vergewaltigt.

Die Untersuchung ergab zudem, dass die Musikindustrie nicht grundlos klagt. Mehr als 54 Prozent der Schüler haben sich übers Internet schon einmal kostenlos Songs besorgt. Das gestand jeder zweite Berufsschüler und jeder vierte Gymnasiast. Besonders aktiv sind dabei Jugendliche zwischen 14 und 17. Erwischt wurde bisher nur etwa jeder 25. Musikpirat.

Zugleich wächst die Gefahr, dass Jugendliche selbst in eine Internetfalle tappen. Jeder fünfte Schüler hat schon für vermeintlich kostenlose Angebote eine Rechnung erhalten. Landes-Verbraucherschutzministerin Juliane Rumpf (CDU) versprach, sich für einen besseren Schutz vor Internetfallen einzusetzen.