Hamburger Kiez

"Rubens von der Reeperbahn": Abschied von Erwin Ross

Foto: Ingo Röhrbein

Am 12. Februar starb der Maler im Alter von 83 Jahren. Beinahe wie ein fröhliches Klassentreffen von Kiez-Größen wirkte die Gedenkfeier.

Hamburg. Unter Kiezkennern war Maler Erwin Ross auch als "Rubens von der Reeperbahn" bekannt. Am 12. Februar starb er im Alter von 83 Jahren, die Beisetzung erfolgte im engsten Familienkreis. Gestern Abend nahmen nun Freunde und Bekannte Abschied in der Kiez-Kneipe Hamborger Veermaster. St.-Pauli-Präsident Corny Littmann kam ebenso wie Fotograf Günter Zint und der ehemalige Direktor des "Star-Clubs", Horst Fascher, samt seinem damaligen Kellner Salvatore Martens alias "Pico".

Beinahe wie ein fröhliches Klassentreffen von Kiez-Größen wirkte die Gedenkfeier. Erwin Ross' eigene Karriere begann mit Motiven für den "Star-Club". Einst malte er für dessen Bühne die New Yorker Skyline nach. Danach waren seine Hauptmotive eher barbusige Frauen in Pin-up-Posen, die auf den Fassaden der Varietés und Klubs prangten. Übrig geblieben ist davon noch das fast schon legendäre Motiv auf der Tür der Kneipe Ritze: ein Paar gespreizte Beine.

Die Gedenkfeier war der Auftakt zu einer Retrospektive im Sankt-Pauli-Museum. Darin sind auch unveröffentlichte Werke von Ross zu sehen. Das letzte Bild, ein Gruppenporträt der Beatles, steht noch unvollendet auf der Staffelei. Horst Fascher erinnert sich an sein Lieblingsmotiv: "Er malte einmal ein Bild von meiner Mutter für mich und meine Brüder. Das halten wir heute noch in Ehren."