Gartenschau

IGS: Umweltverband und Umweltbehörde sind sich nicht grün

Der Chef der geplanten internationalen Gartenschau (igs) ist BUND-Vorsitzender im benachbarten Bundesland, eine grüne Senatorin ist seine Vorgesetzte, und dann will die Stadt im kommenden Jahr auch noch europäische Umwelthauptstadt werden: Eigentlich müssten die Hamburger Naturschutzverbände mit der für 2013 geplanten IGS in Wilhelmsburg zufrieden sein wie Buddhisten auf dem Weg zur inneren Erleuchtung.

Sind sie aber nicht: Gestern reichte der Hamburger BUND-Landesverband eine Fachaufsichtsbeschwerde über Umweltbehörde und städtische Igs-Gesellschaft ein. Grund sind Pläne der igs, für das künftige Parkgelände rund 3500 Bäume zu fällen. Hier würde wertvolle Natur zerstört, ohne dass es einen vernünftigen Ausgleich oder ein Naturschutzkonzept gebe, kritisierte Harald Köpke, ehrenamtlicher BUND-Vorsitzender in Hamburg, und zielte damit direkt auf die Planung von Igs-Chef Heiner Baumgarten, der ehrenamtlicher BUND-Vorsitzender in Niedersachsen ist. "Das wird kein Naturpark, sondern ein Eventpark", wetterte Köpke mit Blick auf die geplanten Freizeitanlagen. Der Anspruch sei einmal ein anderer gewesen, so Köpke, der dazu aus einer Igs-Broschüre von 2008 zitierte: "Nur in Ausnahmefällen wird ein Baum gefällt", hieß es dort tatsächlich noch.

Die Umweltbehörde wies die Vorwürfe jedoch zurück. In Wilhelmsburg werde schlicht eine mehrfach umgeformte Kulturlandschaft neu gestaltet. Am Ende werde es einen Naherholungspark geben, der ähnlich wertvoll sei wie Planten un Blomen für die Innenstadt, so Behördensprecher Volker Dumann: "Natürlich muss es dazu Veränderungen geben." Das angemahnte Naturschutzkonzept werde nun am 15. Mai vorliegen, kündigte er an: "Es kommt später - aber es kommt."