Leserbriefe

Absurd

"CDU, SPD, Linke und GAL schließen Primarschul-Pakt", Hamburger Abendblatt, 24. Februar

Wie viel Zumutung seitens der Regierung müssen die Hamburger Eltern noch hinnehmen? Das nun beschlossene Elternwahlrecht nach Klasse 6 ist absurd, wenn es nach Klasse 7 durch die Lehrerkonferenz korrigiert werden kann. Warum tut man sich in Hamburg so schwer mit klaren Ansagen? Andere Bundesländer setzen möglichst früh bekannte Notenhürden für den Zugang zum Gymnasium. Das würde die Stadtteilschule zur gleichberechtigten Alternative machen und sie nicht als Restschule erscheinen lassen. Zudem vermeidet man, Jugendlichen mitten in der Pubertät ihr Versagen zu bescheinigen und sie nach nur einem Jahr erneut umzuschulen. Der psychische Einbruch eines 13-Jährigen, der vom Gymnasium auf die Stadtteilschule wechseln muss, ist in der Regel erheblich.

Karin Brose, per E-Mail

Unverfroren

"Justizministerin bietet Kirche klärendes Gespräch an", Hamburger Abendblatt, 25. Februar

Frau Leutheusser-Schnarrenberger liegt mit ihrer Kritik doch vollkommen richtig. Seit Jahrzehnten versucht die Kirche, die Missbrauchsfälle unter der Decke zu halten, und zahlt den Betroffenen teilweise Schweigegeld. Das kann ein Rechtsstaat nicht hinnehmen. Es kann für die katholische Kirche keinen rechtsfreien Raum geben. Das jüngste Beispiel aus dem Kloster Ettal zeigt, dass es noch immer gängige Praxis ist, Missbrauchsfälle zu verschweigen. Angesichts dieser Tatsachen der Justizministerin "maßlose Polemik" vorzuwerfen, ist unverfroren.

Dieter Nolte, par E-Mail

Nicht füttern

"Orca ertränkt seine Trainerin", Hamburger Abendblatt, 27. Februar

Es gehört schon ein reichlich perverses Denken dazu, sich auf der einen Seite vor Orcas in einschlägigen Filmen zu gruseln, aber sich andererseits an den ihnen aufgezwungenen Darbietungen im sicheren Planschbecken zu ergötzen. Letzteres ist dann wohl doch nicht so sicher. Da helfen alle Beschwichtigungen und Ausreden nichts, ein hochintelligenter Meeresäuger gehört ins freie Meer. Wie würden wir uns fühlen, wenn intelligenzmäßig und technisch himmelhoch über uns stehende Wesen aus einer anderen Galaxie uns in ihren Vergnügungsparks halten würden. Beschilderung. "Seltene Spezies vom Planeten Erde, sehr possierlich, manchmal etwas aggressiv, nicht füttern."

Hans-Emil Schuster, per E-Mail

Diese Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de

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