Urteil

Tödlicher Streit in WG: sechs Jahre Haft

Henrik E. erstach seinen Mitbewohner mit einem Steakmesser - weil der ihm seine Post verspätet ausgehändigt hatte. Gestern verurteilte das Landgericht den 33-Jährigen wegen Totschlags mit bedingtem Vorsatz zu sechs Jahren und drei Monaten Haft.

Nach Feststellung des Gerichts hatte es am 3. August Streit zwischen Henrik E. und seinem Mitbewohner gegeben: Thomas H. (56), der im Gegensatz zu ihm einen Briefkastenschlüssel besaß, hatte ihm verzögert einen wichtigen Brief der Arge übergeben. Um Leistungskürzungen zu vermeiden, sollte Thomas H. das quittieren - doch der weigerte sich. Zunächst machte sich Henrik E. etwas zu essen, wollte dann aber doch eine Aussprache erzwingen, indem er mit dem Essbesteck in den Händen in das Zimmer von Thomas H. ging. Als der ihm darauf mehrere Faustschläge verpasste, stach Henrik E. dreimal auf ihn ein. Sein Opfer verblutete Minuten später im Hauseingang. Auf eine Notwehrsituation könne sich Henrik E. nicht berufen, urteilte das Gericht. Er habe den Tod von Thomas H. billigend in Kauf genommen. Aufgrund einer starken Alkoholisierung könne eine verminderte Steuerungsfähigkeit indes nicht ausgeschlossen werden. Für ihn würden überdies sein reuiges, wenn auch nicht in allen Punkten glaubwürdiges Geständnis sprechen.