Leserbriefe

"Eis, Eis, Eis - Rutschgefahr"

Ein Hohn

"Sie begeben sich aufs Glatteis - im Auftrag der Stadt" und "Bürgermeister beklagt mangelhaften städtischen Winterdienst", Abendblatt, 21. und 25. Januar

Wenn man in der Nähe der U-Bahn Station Fuhlsbüttel-Nord wohnt, kommt einem der Ruf nach einer geräumten Straße wie ein Hohn vor. Die Flughafenstraße ist geräumt, aber alle davon abgehenden Straßen sind eine einzige Eisfläche. Mache Straßen wurden nur geräumt, weil die Müllabfuhr die Straßen nicht mehr passieren konnte. Bei uns ist dieses genau zweimal geschehen. Öfters haben wir einen Streuwagen nicht gesehen. Ich möchte mir nicht vorstellen, was bei einem Rettungswageneinsatz passiert wäre. Die Bürgersteige um den U-Bahnhof sind ein Hohn. Sie sind spiegelglatt.

Ingo Köster, per E-Mail

Überlebenstraining

Das Durchqueren der ruhigen Sackgasse in Eppendorf, in der ich wohne, kommt zurzeit einem Überlebenstraining gleich. Der Fußweg ist zum Teil spiegelglatt, die Straße eine einzige Eisfläche. Sich in diesem Winter in Hamburg als Fußgänger zu bewegen ist sehr gefährlich, wie die Überbelegungen in den Notaufnahmen der Krankenhäuser beweisen. Und der Stadt fehlt das Geld, ihre Einwohner zu schützen, wie es ihre Pflicht wäre.

Angelika Reindl, per E-Mail

Zweierlei Maß

Hier wird doch mit zweierlei Maß gemessen: Dieselbe Stadt, die Anlieger und Besitzer per Gesetz dazu anhält, Wege eis- und schneefrei zu halten und auch noch das Nichtbefolgen (richtigerweise) sanktioniert, sieht sich aus finanziellen Gründen selber nicht in der Lage, ihrer Räumpflicht nachzukommen. Wer verhängt denn in solchen krass-gefährlichen Fällen ein Zwangsgeld gegen die schludernden Bezirke (dieser Winter kam ja auch so plötzlich und unerwartet)? Bei einem solchen Vorbild im vereisten Niendorf werde ich dann wohl beim nächsten Schneefall auch nur noch "nach besten Kräften" meinen Anteil an der Räumpflicht leisten ...

Torsten Dietrich, per E-Mail

Klassisches Eigentor

Es ist schon beeindruckend und beängstigend zugleich. Da weisen uns die Bezirksämter darauf hin, wer als Privatperson wann und in welchem Umfang die Straßen sowie Gehwege zu räumen bzw. abzustreuen habe. Ihrer eigenen Verpflichtung kommen die Bezirke allerdings nicht in dem erforderlichen Umfang nach. Nennt man das nicht auch ein klassisches Eigentor?

Lutz Becker, per E-Mail

Hals- und Beinbruch

Der Senat pocht immer darauf, wie umweltfreundlich er in seiner Politik sein will. Wie soll man erklären, dass gerade dieser Senat die Fußgänger- und Fahrradbürger auf Eis liegen lässt? Die Autostraßen sind frei, aber ein normaler Mensch kann sich nicht auf den Bürgersteig trauen. Moment, so ist es eigentlich nicht, er muss genau überlegen, wo Häuser im Privatbesitz sind, da kann man gefahrlos gehen bzw. fahren, aber sobald es Abschnitte gibt, für die die Stadt zuständig ist, ist es vorbei: Eis, Eis, Eis - Rutschgefahr. Lieber Senat, es fahren jetzt Menschen Auto, die es sonst gerne hätten stehen lassen, und wissen Sie wieso? Weil die heil ankommen wollen. Also Hals- und Beinbruch!

Petra Schinnenburg, per E-Mail

Prioritäten setzen

Ihr Artikel hat die Problematik gut geschildert. Ich glaube allerdings nicht, dass die Bezirke am Jahresanfang kein Geld mehr haben. Wenn der Etat für Streumittel aufgebraucht ist, müssen von vorgesetzter Stelle entsprechende Mittel kurzfristig freigegeben werden, letztlich gilt es, die Bevölkerung vor Schaden zu bewahren. Wenn das Wegegesetz besagt, dass nach "besten Kräften" gestreut werden soll, gilt das für den Einsatz der Kapazitäten. Dabei müssen Prioritäten gesetzt werden. Zuerst werden die Hauptstraßen gestreut. Aber auch besondere Gefahrenstellen wie glatte Haltestellen oder U-Bahneingänge müssen vorrangig gestreut werden.

Ulrich Groeschel, Hamburg

Zwangsgeld

Den Bezirken geht das Geld aus, um die Bürger zu schützen. Das kann nicht sein, hatte doch das Bezirksamt Nord gerade erst eine neue Einnahmequelle vorgestellt: das Zwangsgeld von 500 Euro, wenn jemand sein Grundstück nicht ordnungsgemäß von Schnee und Eis befreit. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen: Wir Bürger werden sofort bestraft, und die Stadt darf sich Zeit lassen beim Räumen. Das kann doch einfach nicht wahr sein, dass sich die Stadt auf die Schnelle eine neue Verordnung einfallen lässt, aber sich selbst so einfach "vom Acker machen kann".

Karl-Günter Soll, per E-Mail

Kaum zu glauben

Es ist kaum zu glauben, dass eine Metropole wie Hamburg nicht in der Lage ist, die elementarsten Sicherheitsprobleme zu lösen. Täglich verletzen sich zahlreiche Bürger auf den eisglatten Nebenstraßen und Fußwegen. Und die Verantwortlichen sehen keine Möglichkeit, kurzfristig für Abhilfe zu sorgen. Es ehrt den Bürgermeister, dass er Verantwortung für den Schlamassel übernimmt. Uns aber auf den nächsten Winter zu vertrösten, das ist nicht nachvollziehbar.

Gerold Schmidt-Callsen, Hamburg

Neuer Untertitel

Schön, dass Bürgermeister Ole von Beust im nächsten Winter auch für eisfreie Bürgersteige sorgen will. Denn dann werden wir alle zu Fuß gehen müssen, weil unsere Autos bis dahin in den Schlaglöchern dieses Winters verreckt sind. Für deren Reparatur ist ja kein Geld vorhanden. Bei all seinen glitzernden Superprojekten hat der Senat die Bestandswahrung offensichtlich längst vergessen. So bekommt die "European Green Capital Hamburg" einen neuen Untertitel: Oben hui, unten pfui.

Susanne von Bargen, Hamburg

Diese Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Wir müssen uns sinnwahrende Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de