Leserbriefe

Störfaktor Hafen

"Senat plant Radwegenetz durch den Hafen", Hamburger Abendblatt, 15. Januar

Der Hafen wird vom Hamburger Senat immer mehr als ein Störfaktor gesehen. Im Hafen wird rund um die Uhr Lärm produziert, Abgase freigesetzt usw. Viele Tausend Arbeitsplätze sind nicht wirklich von Bedeutung. Von Norden her wächst die Stadt in den Hafen hinein. Der Spreehafen wird eine Badeanstalt, der kleine Grasbrook Universität. Der Hafenwirtschaft wird immer mehr Platz genommen Die Freizone wird (gegen den Willen vieler Hafenbetriebe) abgeschafft. Wenn der Senat konsequent wäre, müsste er den Hafenbetrieb komplett verbieten. Dann müssten sich Radfahrer auch nicht die Straßen mit den bösen und gefährlichen Lkw teilen. Lkw raus aus dem Hafen, Radfahrer rein. Das würde auch die 3,2 Millionen Euro für das Radwegenetz sparen. Dieses Geld könnte man dann sinnvoll den Arbeitslosen zur Verfügung stellen, damit diese sich dann im Spreehafen und in der Hafen-Uni verlustieren können. Hamburg hat in seiner Geschichte noch nie eine so schlechte Hafenpolitik betrieben wie unter Ole von Beust (CDU).

Mathias Lembke, per E-Mail

Lebensgefahr

Unserer Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL) fehlt offensichtlich der erforderliche Weitblick, um Prioritäten zu setzen. Wichtiger als ein Radwegenetz im Hamburger Hafen ist der Bau von Radwegen zu den Schulen. Aufgrund der Schulreform werden noch mehr Schüler zwischen den Schulen pendeln müssen. Der Ausbau von Radwegen für unsere Schülerinnen und Schüler sollte mit absolutem Vorrang vorangetrieben werden! Der Sülldorfer Kirchenweg zum Beispiel ist eine Achse zwischen den Schulen Lehmweg, des Gymnasiums Willhöden und den Blankeneser Schulen. Es ist das Einzugsgebiet von Schülern aus Sülldorf, Iserbrook und Blankenese. Entlang des sehr befahrenden Sülldorfer Kirchenweges befindet sich kein Radweg. Der Schulweg für die Kinder ist lebensgefährlich.

Johannes Tönnies, per E-Mail

Schock sitzt tief

"Kopfschuss: Taxifahrer stirbt in seinem Auto", Hamburger Abendblatt, 16./17. Januar

Die Bürger im vornehmen Elbvorort Nienstedten sind zu Recht entsetzt über das Verbrechen, welches sich ausgerechnet in ihrer beschaulichen Umgebung abgespielt hat. Die Behauptung einer Bürgerin, einen Mord habe es in dieser Gegend bislang noch nicht gegeben, ist indes nicht richtig. Im Februar 1953 wurde bei einem brutalen Raubüberfall auf das Postamt Nienstedten der diensthabende Postbeamte erschossen. Das Verbrechen hinterließ einen tiefen Schock auf die Anwohner und insbesondere uns Kinder, die in einer relativ behüteten Welt aufwuchsen und die Schulen in Nienstedten, Othmarschen und Blankenese besuchten und die die Milch noch bei Milchmann Koopmann, die Schulhefte bei Tante Sander und die Rundstücke bei Bäcker Stüdemann am Nienstedtener Markt kauften. Der Schock sitzt heute noch, zumal der Täter nie gefasst wurde.

Dr. Ingo Lill, per E-Mail

Erst fragen

"Heiligengeistfeld wird wieder zur Partymeile", Hamburger Abendblatt, 16./17. Januar

Erst wird die Lärmbelästigung der Anwohner, dann die Sicherheit als Argument für die Verlegung des Public Viewings in das Volksparkstadion herangezogen. Inzwischen hat die Politik bemerkt, dass das Fußball-Volk diese Veranstaltung auf dem Heiligengeistfeld haben möchte. Nun müssen noch die Harley Days zurück an den angestammten Platz, und die Welt ist wieder in Ordnung. Vielleicht sollten Politiker erst alle Betroffenen (Anwohner und Fans) fragen und dann entscheiden.

Wilfried von der Heide, per E-Mail

Verärgert

"CDU-Chefin geht auf interne Kritiker zu", Hamburger Abendblatt, 16./17. Januar

Selten, aber wahr: Eine Regierung tut das, was sie versprochen hat. In diesem Fall sind es Steuersenkungen. Kaum aber sind die Versprechungen in der Umsetzungsphase, ist selbst die CDU/ FDP-Wählerschaft über die Pläne verärgert. Die Erkenntnis kommt eben erst nach dem Dilemma.

Heike Müller, per E-Mail

Wunsch

Ach, wäre das schön, wenn sich unsere Bundeskanzlerin auch mal so richtig Volkes Stimme annehmen würde und die Banker in die Pflicht nähme. Warum nicht einmal so handeln, wie es das Volk wünscht? Wäre doch mal eine Maßnahme für eine vom Volk gewählte Regierung ...

Jens Bartling, per E-Mail

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