Hamburger Ärzte wollen Baby retten

Spendenaufruf: Der kleine Neil braucht dringend Hilfe

Abendblatt-Verein "Kinder helfen Kindern" hilft mit 5000 Euro. Für die teure Operation werden noch Spenden gebraucht.

Hamburg. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Erst vor knapp drei Wochen wurde der kleine Neil per Notoperation auf Mauritius geboren, jetzt bangen die Eltern zum zweiten Mal um sein Leben. Die niederschmetternde Diagnose nur wenige Stunden nach der Geburt: "Ihr Baby hat eine komplexe Herzfehlbildung und wird wahrscheinlich nicht lange leben." Jay und Amanda Tanapakion sind völlig verzweifelt und flehen dringend um Hilfe für ihren Sohn. In dem afrikanischen Inselstaat im Indischen Ozean fehlen die Möglichkeiten, ihn zu retten.

Neil hat nur eine Herzkammer statt der üblichen zwei. Die großen Gefäße sind vertauscht, und es befindet sich ein Loch in der Vorhofscheidewand. Nach Aussagen seines mauritianischen Kardiologen bewirkt das eine drastische Sauerstoffunterversorgung, die der Körper des Neugeborenen durch verstärkte Durchblutung auszugleichen versucht. Die Folge: Das kleine Herz wird überlastet und die Lunge geschädigt. "Wenn Neil nicht schnellstens operiert wird, kann er nicht überleben", so der Arzt.

Über den in Deutschland lebenden Onkel des todkranken Jungen kam der Kontakt zum Deutschen Kinderzentrum für herz- und krebskranke Kinder in Münster und zum Herzzentrum der Universitätsklinik Eppendorf zustande. In den vergangenen Tagen hat sich der Zustand des Säuglings noch einmal deutlich verschlechtert. Nach Einschätzung von Kinderherzspezialist Dr. Ali Dodge-Khatami ist allerhöchste Eile geboten. Doch es gibt noch ein großes Problem: Um Neil zu retten, sind zwei große Operationen notwendig. Die Eltern - Jay Tanapakion ist Weiterbildungsmanager, seine Frau Amanda Ingenieurin - können die hohen Kosten nach Angaben des Kinderzentrums nicht leisten. Nach einer ersten Berechnung des UKE kostet die erste Operation etwa 12 000 Euro, eine weitere im Alter von vier Monaten noch einmal mindestens 20 000 Euro. Dazu kommen Unterbringungskosten. Inzwischen hat die Fluggesellschaft Condor zugesagt, die Tickets nach Europa zu sponsern. Die Lufthansa übernimmt die Anschlussflüge. "Wir benötigen dringend weitere Unterstützung möglichst vieler Menschen. Der Countdown läuft, um Neil eine Chance auf sein Leben zu geben", sagt Silvia Kuhlmann vom Deutschen Kinderzentrum. "Sein Zustand hat sich inzwischen so verschlechtert, dass nächste Woche die Fluguntauglichkeit droht." Deshalb sollen Neil und seine Eltern heute nach Hamburg ausgeflogen werden. "Jeder weitere Tag Verzug kommt einem Todesurteil gleich", so Kuhlmann.

Renate Schneider von "Kinder helfen Kindern", einer Initiative des Hamburger Abendblatts, sagte spontan 5000 Euro als Unterstützung zu. Ihr Appell: "Ich bitte alle Leser des Abendblatts dringend um eine Spende, um den kleinen Neil zu retten."

Spenden werden erbeten auf das Konto von Kinder helfen Kindern e.V. bei der Hamburger Sparkasse, Kontonummer 1280144 666, Bankleitzahl 200 505 50, Stichwort Neil.