Entscheidungen über Ikea und Frappant stehen an

In Altona droht ein zweiter Gängeviertel-Streit

Im Streit um die Ikea-Ansiedelung und die Zukunft des Frappant-Gebäudes (Ex-Karstadt) in Altona deuten sich jetzt zwei entscheidende Wendepunkte an: So wird es nach Einschätzung der Bezirksverwaltung voraussichtlich bereits am 21. Januar zu einer allgemeinen Abstimmung in Altona und zu einem Bürgerentscheid über das Ikea-Vorhaben kommen.

Der Möbelkonzern will in der Großen Bergstraße mitten in Altona ein weiteres Möbelhaus bauen und dazu das Frappant abreißen. In dem zu großen Teilen leer stehenden Komplex haben allerdings rund 130 Künstler, Designer oder Stadtplaner Ateliers und Büros als Zwischennutzer bezogen. Der Nutzungsvertrag mit dem bisherigen Immobilien-Eigentümer, einer Tochter der Hypo Real Estate Bank (HRE), läuft zum 30. November aber aus. Eine Verlängerung ist überraschend jetzt nicht mehr vorgesehen, bestätigte ein HRE-Sprecher: "Wir gehen davon aus, dass unsere Vertragspartner vertragsgemäß das Gebäude zu dem Zeitpunkt räumen werden." Sollten sie dies allerdings nicht tun, hätte Hamburg ein zweites Gängeviertel, das auch von Künstlern besetzt würde. Mit dem Unterschied, dass das Frappant kein historisches Viertel ist, sondern in den 1970er-Jahren gebaut wurde. "Wir wundern uns, dass wir jetzt im Winter vor die Tür gesetzt werden, obwohl über Ikea noch gar nicht entschieden wurde", sagt Gianna Schade, Sprecherin der Frappant-Mieter. Zwar bemühe man sich um Alternativen, "doch in Hamburg gibt es für Kreative derzeit keine bezahlbaren Flächen - das ist wie im Gängeviertel ein generelles Problem in der Stadt".

Unterdessen läuft der Streit über die Ikea-Pläne auf die Entscheidung am 21. Januar hinaus, weil eine Pro-Ikea-Initiative offenbar erfolgreich Unterschriften gesammelt hat. Mehr als 5000 sollen zusammen sein. Aber auch eine Kontra-Ikea-Initiative hatte kürzlich mehr als 1800 abgegeben und so einen vorläufigen Planungsstopp erreicht.