Auf einen Kaffee

Chili ohne brennende Zunge

Geneviève Wood fragt spontan Menschen, was sie gerade bewegt, lädt sie auf einen Kaffee ein und lässt sie erzählen. Heute: Chefkoch Alexis Rojas

Gerade wollte Alexis Rojas auf sein Fahrrad steigen und losfahren. "Ist das nicht ein herrliches Wetter?", fragt er. Die Sonne scheint, der Himmel ist wolkenlos. "Der Regen ging mir auf die Nerven." Ob er Zeit für einen Kaffee hat? Klar! In der Galerie mit Café "pp projects" in der Wexstraße arbeitet er als Koch, bereitet dort den Mittagstisch zu. Hier bestellt er sich auch einen Earl Grey, den er mit Milch trinkt. Überhaupt ist es ein schöner Tag, nicht nur wegen des Wetters. "Ich habe von meiner Vermieterin erfahren, dass ich länger als gedacht in der Wohnung bleiben kann." Bis Dezember. Aber dann möchte der 41-Jährige eine Wohnung in Eimsbüttel finden - zwei Zimmer, gern Altbau. Die Wohnung teilt er sich mit seinem 19-jährigen Sohn. Der lebt tageweise bei seinem Vater und seiner Mutter. Rojas und seine Frau haben sich getrennt, als der Kleine eineinhalb Jahre alt war. "Wir waren jung und noch in der Ausbildung. Jeder brauchte seinen Freiraum." Die Regelung für den Sohn habe von Anfang an gut geklappt.

Dann muss Rojas los, in die Schanze, um Lachs und Entenbrust zu kaufen. Am Samstagabend hat er eine Gesellschaft im Cookoon, einer Küche, die man mieten kann. Neue chilenische Küche steht auf dem Programm, mit einem Gewürz namens Merken. "Das Chili ist geräuchert und dadurch milder. Da brennt einem nicht die Zunge weg." Nach dem Einkauf geht es dann zum Essen mit seinen drei Brüdern und seiner Schwester: Rojas Mutter wird 60 Jahre alt.