Kommentar: Ermittlungen gegen HSH-Chef

Es wird enger für Nonnenmacher

Die Lage bei der HSH Nordbank spitzt sich weiter zu. Während Aufsichtsratschef Hilmar Kopper Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher von jeder Schuld am verlustreichen "Omega"-Deal freisprach, belastete fast zeitgleich einer der Beteiligten den HSH-Chef bei der Staatsanwaltschaft.

Dass nun direkt gegen ihn und andere Vorstände ermittelt wird, hat schon eine andere Qualität als die bisherigen Ermittlungen gegen "Verantwortliche" der Bank. Die Frage, welchen Anteil Nonnenmacher an "Omega" hatte, beantwortet es aber nicht - da müssen sich vermutlich eher diejenigen Sorgen machen, die Ende 2007 mehr Verantwortung hatten als das damals ganz neue Vorstandsmitglied.

Enger wird es für den HSH-Chef dennoch - weil die Bank es nicht schafft, ihn aus dem Zielfeuer der Kritiker zu nehmen. Und Nonnenmacher trägt seinen Teil bei, zum Beispiel durch sein Beharren auf der 2,9-Millionen-Euro-Sonderzahlung. Ob er eine zu große Belastung ist, wird sich letztlich nicht an seiner fachlichen Eignung entscheiden.