Kommentar: Zukunft des Gängeviertels

Hamburg muss endlich umdenken

Die aktuellen Geschehnisse im Gängeviertel sind fast zu schön, um wahr zu sein: Ein stadthistorisch wertvolles Quartier, das die Regierenden jahrelang nicht interessierte und das dann nur noch an den meistbietenden Abreißer verscherbelt werden sollte, wurde durch die sympathisch friedliche Hausbesetzungsaktion von Künstlern zum Stadtgespräch.

Hamburg muss jetzt beweisen, dass die vielen schönen Reden über die Förderung des kulturellen Humus und die für Kreativität lebenswichtigen Freiräume ernst gemeint waren - und nicht nur Gerede. Das ist eine riesige Herausforderung zum überfälligen Umdenken. Denn Kultur ist nun mal keine Ware wie andere. Kultur bildet, sie schafft Werte durch Werke. Jetzt haben die "Hausbeleber" ein Nutzungskonzept vorgelegt. Wenn bald die letzte Frist für den Investor abgelaufen ist, muss die Stadt endgültig in die Gänge kommen. Und wenn das Ganze im dazugehörigen Viertel so rasant weitergeht, wird Ole von Beust als Sympathisant aus der CDU dort bald medienwirksam ein Bild kaufen.