Leserbriefe

Keine Kürzungen

"Hamburg muss umplanen: 30 000 Einwohner weniger als erwartet", Abendblatt, 26. September

Nur zu hoffen, dass man die geschätzten 30 000 fehlenden Mitbürger nun nicht gleich mit Kürzungen in der Infrastruktur Planung ausgleicht. Aus Frust nach dem Motto: "Wenn ihr nicht kommen wollt, dann lassen wir es eben". Im Gegenteil: noch besser werden, dann klappt's auch eines Tages mit den 1,8 Millionen.

Hans-Emil Schuster, Hamburg

Intelligente Mobber

"BGH: 'Flashmob'-Aktionen sind bei Tarifkämpfen erlaubt", Hamburger Abendblatt, 24. September

Im Text steht: "Gewerkschaften dürfen im Arbeitskampf auch zu unangemeldeten Blitzaktionen aufrufen. Sogenannte Flashmobs (Flash steht für Blitz, mob für Pöbel) seien nicht generell unzulässig, urteilte gestern der Erste Senat des Bundesarbeitsgerichts (BAG) ..." Ich fürchte, Ihre Erklärung von flash mob ist falsch. Es bedeutet eher die "blitzartige Mobilisierung". Übrigens sind diejenigen, die derartigen Aufrufen Folge leisten, oftmals intelligenter als diejenigen, die man gemeinhin dem Mob zurechnet.

Winfried Remus, per E-Mail

Zerstörter Blick

"Hamburg: Millionen-Projekt am Hafenrand", Hamburger Abendblatt, 7. September

In Ihrem Artikel über die Vollendung der "Perlenkette" an der Elbe, zitierten Sie Gesche Boehlich (GAL) mit der Äußerung, durch Auflagen würde die Bebauung keinesfalls den Elbblick versperren, den man vom Elbhang hat. Diese Äußerung ist schlicht und ergreifend falsch. Falls es irgendwelche Regulierungen der Höhe gibt, sind sie ein Witz oder werden nicht eingehalten. Ich gehe seit vielen Jahren täglich den Elbhöhenweg vom Fischmarkt bis Neumühlen, und bis auf wenige Ausblicke ist der ehemals wunderschöne Blick auf den Fluss restlos zerstört. Wo man ehemals Wasser und Schiffe sehen konnte, sieht man nun die Rückseiten gesichtsloser Büroklötze, die nicht einmal auf irgendeine Art etwas architektonisch Interessantes zu bieten haben. Es ist eine Schande für Hamburg, dass diese einstmals herrliche Promenade nur noch ein Weg durch verkümmerte Grünanlagen im Schatten der Hochhäuser ist.

PS: Die "Perlenkette" ist zudem mitnichten eine Idee von Egbert Kossack, sondern von Nazi-Architekt Konstanty Gutschow aus den 30er-Jahren.

Thomas Piesbergen, per E-Mail

Diese Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten.

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