Immobilien: Mieterverein ist besorgt

Dänen kaufen Hunderte Wohnungen in Hamburg

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Rebecca Kresse

Ein dänisches Bankenkonsortium drängt auf den Hamburger Wohnungsmarkt. Ende Juni hat der Immobilienfonds "Core Property Management" - ein Zusammenschluss der drei größten dänischen Banken - rund um den Michel ganze Straßenzüge gekauft.

Hamburg. Ein dänisches Bankenkonsortium drängt auf den Hamburger Wohnungsmarkt. Ende Juni hat der Immobilienfonds "Core Property Management" - ein Zusammenschluss der drei größten dänischen Banken - rund um den Michel ganze Straßenzüge gekauft. Wie der Mieterverein zu Hamburg berichtet, wurden die rund 300 betroffenen Mieter Anfang Juli per Brief über den Verkauf informiert. Es geht um die Immobilien Herrengraben 54 bis 60 sowie 62 und 63, Passmannstraße 2 bis 8a und die Rehhoffstraße 1 sowie 3 bis 15. In den vergangenen drei Jahren sollen dänische und schwedische Investoren insgesamt rund 8000 Büro- und Wohnungsimmobilien gekauft haben.

Warum der Fonds ausgerechnet in Hamburg investiert, ist auf der Internetseite des Unternehmens zu lesen. Dort heißt es, die Stadt wurde unter anderem deshalb ausgewählt, weil hier "Wohnungsmangel aus verschiedenen demografischen und historischen Gründen" vorherrscht. Ziel des Konsortiums ist es, "sehr gut gelegene Liegenschaften mit einer niedrigen Rendite" zu bekommen, "die für eine Umwandlung in Eigentumswohnungen geeignet sind".

Der Mieterverein sieht diese Entwicklung mit Besorgnis. Siegmund Chychla, stellvertretender Vorsitzender, fürchtet deutliche Mieterhöhungen. Sein Rat an die Mieter: "Behalten Sie die alten Mietverträge. Diese behalten ihre Gültigkeit." Chychla fordert außerdem in Gebieten wie St. Georg, Ottensen und dem Schanzenviertel eine sogenannte soziale Erhaltungsverordnung. Diese verhindere, dass Spekulanten auf den Markt drängen, so Chychla.

Ursache für die hohen Renditeerwartungen ist der geringe Wohnungsbestand in Hamburg. Im Jahr 2008 wurden nach Angaben der Stadtentwicklungsbehörde im vergangenen Jahr 3578 neue Wohnungen fertiggestellt, 600 mehr als im Vorjahr. Um den tatsächlichen Bedarf zu decken, müssten jährlich aber rund 6000 Wohnungen neu gebaut werden. Eine Zahl, die in den vergangenen neun Jahren nie erreicht wurde.

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