Großes Fischsterben befürchtet

Sauerstoffloch - Erste tote Fische in der Elbe

Das Elbwasser im Hamburger Hafen weist immer noch einen extrem niedrigen Sauerstoffwert auf. Zudem gibt es erste Meldungen über tote Fische, wie gestern die Umweltbehörde bestätigte. "Wir haben da ein echtes Problem", so Behördensprecher Volker Dumann.

Hamburg. Wie berichtet, war der Sauerstoffgehalt seit Freitag auf Werte von nun nur noch zwei Milligramm Sauerstoff pro Liter gesunken. Ein Wert von drei Milligramm gilt bereits als kritische Grenze, die für Lebewesen im Fluss tödlich sein kann. Zum vergleich: An der Bunthäuser Spitze, wo sich Norder- und Süderelbe teilen, liegt der Wert bei etwa elf Milligramm.

Allerdings waren die kritischen Werte im Hafen von gestern auf heute geringfügig wieder angestiegen. In den nächsten Tagen rechnet die Behörde zudem mit einer weiteren Entspannung, da sich eine sauerstoffreiche Hochwasserwelle vom Oberlauf auf Hamburg zu bewege. Sie sei durch die massiven Regenfällen in den vergangenen Tagen in Sachsen und Tschechien entstanden. Außerdem will die Behörde mit weiteren Maßnamen Sauerstofflöcher künftig verhindern: Grund dafür sind Algenblüten, entstanden durch nährstoffreiches Wasser im Oberlauf. Im tiefen Hafenwasser sterben die Algen ab und werden hier unter Sauerstoffverbrauch von Bakterien abgebaut. Je wärmer das Wasser ist, desto ausgeprägter ist dieser Prozess.

Mit einem neuen Wärmelastplan für industrielle Kühlabwässer soll daher der Wärmeeintrag in den Fluss künftig besser reguliert werden. Außerdem arbeitet die Behörde an einem neuen Kühlwassermengenplan, der den Zufluss von warmem Wasser aus industrieller Produktion weiter regeln soll. In Vorbreitung sei des Weiteren eine Übereinkunft der Elbanrainer-Bundesstaaten, um den Düngemitteleintrag aus der Landwirtschaft zu begrenzen.