Leserbriefe

Die Realität

"Diagnose Brustkrebs", Hamburger Abendblatt, 17. Juni

Wieder ein junge (prominente) Frau, die mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert wurde. Und wie sieht die Realität in den Praxen aus? Im Rahmen der Krebsvorsorge darf die weibliche Brust erst ab 30 abgetastet werden, das Mammografie-Screening beginnt ab 51 und endet mit 69 Jahren. Was sagen wir den Betroffenen? Dass sie nach Meinung von Gesundheitsexperten eigentlich keinen Krebs bekommen dürften? Sie weisen richtigerweise auf die enorme Bedeutung des richtigen Abtastens der Brust hin. Darüber hinaus stellt der hochauflösende Ultraschall, gerade bei jungen Frauen, eine strahlenfreie Alternative zur Mammografie dar. Leider können und dürfen nicht alle Frauenärzte diesen anbieten. Eine Kassenleistung ist dieser nur bei vorbelasteten Frauen. Aber die 40 bis 50 Euro sind gut investiertes Geld.

Dr. Thomas Gent, per E-Mail

Deutlich und offen

Kommentar zur Kieler Koalitionskrise: "Bitte kein Polittheater mehr!", Abendblatt, 17. Juni

Der Autor beschreibt die Situation zur Kieler Dauer-Regierungskrise deutlich und offen. Wir Schleswig-Holsteiner wollten eine Landesregierung, die mit klugen Ideen, erfolgreichen Konzepten und Projekten, mit besonders intelligenten Machern unser Land voranbringt. Davon merken wir leider nichts. Bremser, Aussitzer, Sesselkleber, Rekord-Schuldenmacher, Geldvernichter, Selbstversorger, Parteitaktiker und mehr können wir uns nicht leisten. Die fast regierungslose, weil in Stillhalte-Praxis verharrende CDU/SPD-Landespolitik wird uns weiter zurückwerfen. Leidtragende sind die Bürger. Regierungen haben eine andere Aufgabe; haben darauf ihren Eid geleistet - der ist einzulösen. Endlich führen und regieren oder endlich aufhören und gehen. Das erwarten die Schleswig-Holsteiner. Wollten wir Theater, würden wir ins Theater gehen.

Horst Schmidt, Henstedt-Ulzburg

Seltsam

Kommentar zu Ursula von der Leyen und Ver.di: "Seltsamer Auftritt einer Ministerin", Hamburger Abendblatt, 16. Juni

Was für ein seltsamer Kommentar, wenn ausnahmsweise eine Familienministerin öffentlich gegen schlechte Arbeits-, Gesundheits- und Bezahlungsbedingungen von Erzieherinnen und Sozialpädagogen auftritt. Wo war diese Kritik, als Senator Wersich in der Bürgerschaft gegen die Kita-Streiks polemisierte? Wo sind die Artikel und Kommentare über den Widerspruch zwischen Sonntagsreden über "Bildung und Kinder sind unsere Zukunft" und dem belastenden und unterbezahlten Alltag in Kitas und in den sozialen Diensten? Übrigens: Wir haben selten eine derart breite Unterstützung von Eltern und Steuerzahlern erhalten wie bei diesem Streik. Die wissen, worum es geht - und das ist gut so.

Wolfgang Rose, Landesbezirksleiter ver.di Hamburg

Naiv

"Wandsbeker Politiker streiten um Klinik für abstinente Suchtkranke", Hamburger Abendblatt, 16. Juni

Danke, dass Sie die Problematik rund um die geplante Fachklinik Hamburg Wandsbek und Clean WG öffentlich machen, was die Jugendhilfe bisher offensichtlich versäumt hat. Deshalb müssen sich jetzt weder Sie noch Senator Wersich über massive Gegenwehr der Wandsbeker wundern. Wie naiv muss man sein, ein solches Vorhaben inmitten von zwei Gymnasien, Kindergärten, Grundschulen etc. durchziehen zu wollen? Die Politik tut gut daran, die Jugendhilfe e. V. dabei zu unterstützen, eine intelligente und durchdachte Standortlösung zu finden. Die jetzige ist es nicht.

Markus Schäfer, per E-Mail

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