Menschlich gesehen

"Killer" für St. Pauli?

Noch vor wenigen Jahren bezog sich sein Spitzname einzig auf die Zielstrebigkeit in gegnerischen Strafräumen. "Killer" wurde Ivan K l a s n i c von den Bremer Fans genannt, mit denen er 2004 die deutsche Fußball-Meisterschaft und den DFB-Pokal feierte.

Schon bald will der Kroate, in Hamburg geboren, wieder für seinen Heimatverein St. Pauli auf Torejagd gehen.

Hinter ihm liegen schwere Jahre. Seine Leidenschaft für Currywurst mit Pommes frites ließ das grüne Trikot oft etwas strammer um die Hüften spannen und lieferte seinen Kritikern Futter. Dem Fußballer wurden fehlender Biss und mangelnde Disziplin vorgeworfen. Dass ihm zum Abi ein Punkt in der Erdkunde-Nachprüfung fehlte, passte ins Bild.

Heute präsentiert sich der 29-Jährige gereift. Das Jahr in Frankreich beim FC Nantes hat den Horizont erweitert, zudem fordert ihn die zweieinhalb Jahre alte Tochter Fabiana Collien als Familienvater. Den gravierendsten Einschnitt erlebte Klasnic vor zwei Jahren. Zwei Nierentransplantationen schienen seiner Karriere ein jähes Ende zu bereiten. Der Fußballer aber änderte sein Leben von Grund auf, kämpfte und kehrte in den Profisport zurück. Nun plant er die Rückkehr zu den Wurzeln. Eine Wohnung in Rotherbaum hat er schon gekauft.

Auf deutschem Boden kämpft der "Killer" momentan nur vor Gericht. Ex-Klub Werder hat er wegen angeblicher Behandlungsfehler bei seiner Nierenerkrankung verklagt.