Leserbriefe

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Läuft einfach weg "Angela Merkel kennt keine Krise: 95 Prozent", Hamburger Abendblatt, 2. Dezember

Die Überschrift ist sehr zutreffend gewählt. Angela Merkel kennt keine Krise. Denn sie läuft vor den Problemen einfach weg und flüchtet sich in Phrasen und leere Formelkompromisse. Verwalten statt gestalten, sei es die Finanzkrise, die ungeklärte Ost-CDU-Vergangenheit oder der ausufernde Niedriglohnsektor.

Rasmus Ph. Helt, Hamburg

Ein offenes Wort Zwischenruf: "Geister-Radler", Abendblatt, 2. Dezember

Endlich spricht ein echter Radler ein offenes Wort über das unglaubliche Verhalten der Radfahrer. Unsere Familie (7 von 8 fahren häufig Rad) beobachtet dieses schon seit Jahren, und wir sind täglich entsetzt. Es ist keineswegs übertrieben, was beschrieben wird. Vielleicht kann man die Geisterfahrer mal über die Verkehrsregeln aufklären.

Elisabeth Sohst, per E-Mail

Unterm Deckmantel "A-7-Deckel: Handelskammer fordert mehr Behörden-Einsatz", Abendblatt, 2. Dezember

Was treibt eigentlich die Handelskammer um? Fakt ist: Der Deckel kommt, der gesetzliche Lärmschutz ist gesichert, der Verkehr wird fließen, die A 7 wird entsprechend erweitert. Lediglich die Idee, den Deckel aus Schönheitsgründen zu verlängern, steht zur Diskussion. Dass dafür Kleingärten zerstört werden müssen, ist mehr als fragwürdig. Hat die Handelskammer etwa ihr Herz für Grünanlagen entdeckt? Eher wird hier unverhohlene Lobbyarbeit betrieben und dies unter dem Deckmantel des städtischen Gesamtinteresses.

Askan Siegfried, Hamburg

Schuldfrage "Blaue Tonne ist Verlustgeschäft", Abendblatt, 29./30. November

Erst trumpft der Senat mit seinen blauen Tonnen auf und wehrt sich gegen Nebenbuhler - und nun wieder eine Pleite. Die Kosten übernehmen natürlich die Steuerzahler. Jan Balcke (SPD-Bürgerschaftsabgeordneter, die Red.) befürchtet eine Anhebung der Müllgebühren ("Dazu hat sich der Senat bisher noch nicht konkret geäußert"). Natürlich nicht. Entweder reden Politiker um den heißen Brei herum, oder sie schweigen vorsichtshalber. Früher lag das Altpapiersammeln (Verzeihung: die -entsorgung) noch in privater Hand; ich spreche von Personen, die mit ihren Lastwagen herumfuhren und die Müllkeller nach (meist separat neben den Mülltonnen gestapeltem) Papier "abgrasten". Das funktionierte wunderbar - bis sich die Behörde einmischte und die Stadtreinigung in dieses Gebiet einweihte. Die Altpapierhändler wurden vertrieben, starben aus. Seitdem gibt es keinen brauchbaren Ersatz. Die Schuld liegt wieder mal bei den Bürgern, die die graue Restmülltonne bevorzugen.

Nick Eggers, per E-Mail

Straßensammlung Das habe ich der Stadtreinigung seinerzeit schon schriftlich prophezeit. Zum einen funktionierte die Straßensammlung, zumindest bei uns, zuverlässig, und zum anderen haben die Grundstückseigentümer in den mit Mehrfamilienhäusern bestandenen Stadtteilen schon selten Platz für die Gelben Tonnen - teilweise nicht einmal für die Grauen - geschweige dann noch für Blaue, von denen man wegen der vierwöchigen Abholung dann auch noch einen Container hinzustellen hätte. Bei der Straßensammlung musste die Stadtreinigung nicht einmal in Tonnen investieren.

Jürgen Schröder, Hamburg

Nicht akzeptabel Die Woche im Rathaus "Die SPD-Spitze ist mächtig machtlos", Abendblatt, 29./30. November

Sie bezweifeln das Demokratieverständnis der SPD-Mitglieder, die das Ergebnis einer Wahl nicht akzeptieren wollen. Doch ist das Ergebnis auch auf demokratischem Weg zustande gekommen? Wann beginnt denn Demokratie? Doch nicht erst, wenn eine Entscheidung getroffen ist, sondern bereits vorher, bei der Meinungsbildung derjenigen, die zu entscheiden haben. Und diese wurden von Herrn Ilkhanipour vorsätzlich über seine Absichten getäuscht. Was ist daran demokratisch? Und wie kann eine Wahl, die unter solchen Voraussetzungen entschieden wurde, als demokratische Wahl bezeichnet werden? Das Vorgehen von Herrn Ilkhanipour ist undemokratisch - und ein solches Vorgehen kann nicht akzeptiert werden.

Max Veser, Hamburg

Beleidigung der Frau Interview mit Ole von Beust zur Konjunktur: ",Wir können jetzt kein Füllhorn ausschütten'", Abendblatt, 29./30. November

Von Beusts Aussage (Michael Glos sei ein gestandenes Mannsbild, das sich von keiner Frau zurückpfeifen lassen würde, die Red.) ist eine Beleidigung jeder Frau, die Führungsverantwortung trägt, sei es als Kanzlerin, Bürgermeisterin, Professorin oder Unternehmerin - aber auch als Lehrerin. Diese Argumentation, z. B. bezogen auf Schule, würde auch heißen, dass echte Kerle sich von Lehrerinnen nichts vorschreiben lassen. Welches Bild von Frauen und Männern offenbart sich da? Dass Frauen keine Autorität sein können?

Bärbel Reimann, Hamburg


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