Bankenkrise: Rettungspaket wird angenommen

HSH-Nordbank nimmt Rettungspaket an

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Das Finanzpaket der Bundesregierung wird für immer mehr Landesbanken zum Rettungsanker. Nach der BayernLB will auch die HSH Nordbank die Hilfen der Bundesregierung nutzen. Außerdem bekommt die Kieler Lindenau-Werft ein 28 Millionen Euro-Sicherheitspaket von der HSH Nordbank.

Hamburg. "Der Vorstand der HSH Nordbank hat grundsätzlich beschlossen, dass Maßnahmenpaket der Bundesregierung in Anspruch zu nehmen", sagte der Sprecher der Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein, Rune Hoffmann, am Sonnabend in Hamburg. "Wir stehen dabei aber nicht unter Zeitdruck." Nach wie vor sei es ein vorrangiges Ziel des Instituts, dass der Interbankenhandel - die Kreditbereitstellung unter den Banken - wieder in Gang komme, ergänzte der Sprecher.

Weitere Details wollte er nicht bestätigen. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, dass im Zentrum der HSH-Nordbank-Pläne die Staatsgarantien stehen, mit denen Bankschuldverschreibungen für die langfristige Refinanzierung ausgegeben werden können.

Am Freitag hatte Vorstandschef Hans Berger das Rettungspaket den Anteilseignern vorgestellt. An der Bank sind beteiligt: Schleswig-Holstein (29,10 Prozent), Hamburg (30,41 Prozent), die Sparkassen (14,82 Prozent) und institutionelle Investoren (25,67 Prozent). Laut "Spiegel" wollen diese in der kommenden Woche über die vorgeschlagenen Maßnahmen entscheiden. Es seien von den Anteilseignern noch keine Entscheidungen gefallen, bekräftigte der Sprecher der HSH Nordbank.

Das Institut hat eine Bilanzsumme von rund 204 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2008 erzielte es ein Ergebnis vor Steuern von 99 Millionen Euro, nach 871 Millionen im Vorjahreshalbjahr. Die Bank musste bis Ende September 2008 auf Kredite in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro Abschreibungen vornehmen . Davon entfallen 120 Millionen Euro auf Geschäfte mit der zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers. Auch im Vorjahr war eine Milliarden-Abschreibung notwendig geworden.

Auch die WestLB will nach dem "Spiegel"-Bericht umfangreiche Staatshilfen beantragen. "Wir müssen die Bank für die kommenden Stürme rüsten", sagte demnach WestLB-Chef Heinz Hilgert.

Geld aufnehmen und Geld ausgeben

Während die HSH Nordbank den Rettungsanker der Bundesregierung annehmen möchte, wurde auch bekannt, dass die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein der seit Ende September unter Insolvenzverwaltung stehenden Kieler Lindenau-Werft einen Kreditrahmen über 28 Millionen Euro zur Verfügung stellt.

Damit sei deren Fortbestand sowie die Beschäftigung der rund 370 Angestellten und 150 Leiharbeiter gesichert, teilte die HSH Nordbank mit. Die auf Doppelhüllentanker spezialisierte Werft war trotz gut gefüllter Auftragsbücher in eine Schieflage geraten.

Für die Vorfinanzierung eines im Bau stehenden Doppelhüllentankers standen keine ausreichenden Finanzmittel zur Verfügung. Bedingung für die umfangreiche Kreditlinie sei die kontinuierliche Bauphasenüberwachung des Transportschiffes durch unabhängige Sachverständige, teilte das Finanzinstitut mit.

( dpa/abendblatt.de )

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