Demonstration gegen Hamburger "Thor Steinar"-Geschäft

Innenstadt: Modeshop für Rechtsextreme eröffnet

Wegen massiver Proteste konnte das Geschäft "Brevik" den Betrieb nur unter Polizeischutz aufnehmen und musste zwischenzeitlich sogar wieder geschlossen werden. Die Filiale führt die bei Rechtsextremen beliebte Marke "Thor-Steinar".

Hamburg. Sie tragen Namen von skandinavischen Städten wie Tronsberg, Larvik oder wie seit gestern in Hamburg auch Brevik. Nach außen verkaufen sie sich als Outdoorläden, doch dahinter steht die MediaTex-Gesellschaft aus dem brandenburgischen Zeesen. Und die vertreibt ausschließlich Kleidung der umstrittenen und besonders bei Neonazis und rechten Hooligans beliebten Marke "Thor Steinar". Entsprechend groß war die Empörung, als ein Ladengeschäft der Gesellschaft gestern um 10 Uhr in der "HSH Nordbank Shopping Passage" an der Spitalerstraße erstmals seine Pforten öffnete. Rund 100 Nazi-Gegner machten ihrem Unmut über die Eröffnung des Thor-Steinar-Ladens mitten in der Innenstadt Luft und versuchten in das Geschäft zu gelangen.

"Die Grundstimmung war aggressiv", sagte ein Polizeisprecher. Rund 200 Beamte waren vor dem Laden und den Eingängen der Passage im Einsatz. Wegen des Protests wurde das Geschäft kurz nach der Eröffnung für knapp zwei Stunden wieder geschlossen.

Die HSH-Nordbank zeigte sich von der Ladeneröffnung bestürzt. Nach Angaben%von HSH-Nordbank-Sprecher Christian Buchholz sei die Immobilientochter der Bank arglistig getäuscht worden, da sie den Mietvertrag über einen "multifunktionalen Outdoorladen namens Protex" gemacht habe. "Hätten wir gewusst, wer da einzieht, hätten wir definitiv nicht zugestimmt", sagte Buchholz. "Wir sind dabei, juristisch zu prüfen, wie wir den Thor- Steinar-Laden dort wieder rausbekommen." Nach Informationen des Abendblattes haben sich bereits am Donnerstagnachmittag Vertreter der Bank und der Ladeninhaber zu ersten Gesprächen getroffen.

Versuche von Abendblatt-Redakteuren, mit den Brevik-Beschäftigten ins Gespräch zu kommen, scheiterten schon im Ansatz: "Die Presse lügt sowieso", ließen junge Mitarbeiterinnen wissen. Im Sortiment des Brevik-Geschäfts sind neben Norwegerpullovern vor allem Jacken und T-Shirts. Viele der Kleidungsstücke sind mit norwegischen Flaggen und Motiven versehen, die zumindest mit Nazi-Symboliken und Militarismus spielen. So zeigt ein T-Shirt mit dem Schriftzug "Südsee-Kreuzfahrt" hinter karibischen Palmen tatsächlich statt eines Traumschiffes ein Kriegsschiff.