Weltstar: Oscar-Gewinnerin präsentierte in der Laeiszhalle esoterische Thesen

Shirley MacLaine und die Außerirdischen

Die Schauspielerin beschrieb, wie Lebewesen auf anderen Planeten aussehen, und bot Verschwörungstheorien.

Buchhändler Christian Heymann steht vor seinem Geschäft am Eppendorfer Baum und wartet auf den Weltstar. Heymann möchte Shirley MacLaine persönlich begrüßen und ihr die Hand schütteln. Doch dazu kommt es nicht. Die Oscar-Preisträgerin fährt nicht vor, sondern entsteigt der schwarzen Mercedes-Limousine bereits an der Hegestraße. Dann geht alles ganz schnell: Als die Fans, etwa 300 warten an diesem Sonnabendmittag in einer langen Schlange, ihr Idol entdecken, ist die Hollywood-Schauspielerin schon schnellen Schrittes in die Buchhandlung Heymann gelangt.

Die 74-Jährige, die ganz in Schwarz gekleidet ist, nimmt Platz und ist umringt von Kameraleuten. Vor ihr auf dem Tisch stapelt sich ihr neues Buch "Weiser, nicht leiser!" Dieses enthält autobiografische Geschichten über die besonderen und unvergleichlichen Vorzüge des Älterwerdens.

Dann kann es losgehen, einzeln werden die Fans zu ihrem Idol vorgelassen. Shirley MacLaine wirkt entspannt und signiert wie am Fließband ihr Buch. Ab und an lächelt die Schauspielerin und bedankt sich für die Komplimente ihrer Fans. "Es war ein tolles Erlebnis, sie hat mich ganz freundlich angelächelt", berichtet eine Frau stolz. Ein Lächeln hat Shirley MacLaine auch auf den Lippen, als nach einer knappen Stunde alle Bücher signiert sind. Unter dem Applaus ihrer Fans verlässt die Schauspiellegende die Buchhandlung und lässt sich zurück ins Hotel Vier Jahreszeiten chauffieren.

Abends erscheint sie dann im Glitzerkostüm im Kleinen Saal der Laeiszhalle. Den Besuchern werden Verschwörungstheorien geboten: Medien würden die Berichterstattung über Spiritualität unterdrücken. "Dahinter stehen die Interessen von Regierungen. Die wollen, dass die Bevölkerung in Angst lebt, damit man sie besser manipulieren kann", verkündet MacLaine kühn.

"Bei den Nachrichten im Fernsehen nimmt man nur wahr, was man wahrnehmen will", erklärte sie und spielte auch auf die Zuhörer an. Viele Besucherinnen wünschten sich von der Filmlegende ("Irma la Douce") Anekdoten. Aber es war unmissverständlich angekündigt worden, dass die Diva über die Notwendigkeit der Spiritualität zur Rettung der Welt sprechen würde. Sie sprach über Ufos und Sternenwesen, über Körperchakren und die nahende Zeitenwende. Die Außerirdischen kann sie ziemlich genau beschreiben: "Die von den Plejaden sind menschenähnlich. Und die vom Orion sind die Grauen - so wie Spielberg sie in seinen Filmen zeigt." Wiederum andere seien unsichtbar.

Auch über das Jahr 2012 als Energieschwelle, auf die man sich meditativ vorbereiten sollte, fabulierte MacLaine. Verärgert brachen einige Besucher ungeniert auf - was die Laune des Stars nicht gerade hob.

Als geschickt vorgetragene Mischung aus Esoterik, psychologischen Allgemeinplätzen und gewöhnungsbedürftigen Thesen wie denen von den Sternenwesen, die Menschen entführten und ihnen DNS-verändernde Chips einpflanzten, stellen sich die Botschaften von MacLaine auf den Außenstehenden dar.

Auch in religiöser Hinsicht wagte sich Shirley MacLaine weit vor: Die Kirchen hätten ausgedient, antwortet die überzeugte Esoterikerin auf die Frage, ob Gott in uns oder außerhalb von uns sei. "Jeder sollte sich besser auf das eigene Innenleben konzentrieren, um den Sinn des Lebens zu verstehen", riet MacLaine dem Publikum. Außerdem hatte sie noch eine Weisheit parat: "Wer sich mit Esoterik beschäftigt, sollte auch Humor zeigen. Sonst kriegt man 'ne Meise."