Zu wenig Sauerstoff in der Unterelbe

Der Sauerstoffgehalt in der Unterelbe hat gestern erstmals in diesem Jahr den für Fische tödlichen Grenzwert von drei Milligramm pro Liter unterschritten. Am frühen Morgen wurden vor Blankenese 2,9 Milligramm gemessen, später stieg der Wert wieder leicht an. "Es wird ein kritischer Punkt erreicht", bestätigte Volker Dumann von der Umweltbehörde. Ein großes Fischsterben werde von der Behörde aber nicht erwartet. Dumann: "Großes Fischsterben in der Elbe gab es zuletzt in den 80er-Jahren."

Tatsächlich wird in der Unterelbe in der jüngeren Vergangenheit jedes Jahr im Sommer ein Sauerstoffloch registriert, ein massenhaftes Fischsterben wie vor 20 Jahren gab es aber nicht mehr. Dumann: "Das Fischsterben waren immer auf einzelne Hafenbecken lokal begrenzt." Grund für das Sauerstoffloch ist der biologische Abbau von Grünalgen. Sie stammen aus der Oberelbe und sterben ab, wenn sie die tiefen und dunklen Hafenbecken erreichen. Dabei wird Sauerstoff verbraucht. Ein Effekt, der sich bei warmem Wasser verstärkt. Die Naturschutzorganisation Nabu warnt daher vor einer weiteren Verschlechterung des Sauerstoffgehalts, wenn das geplante Kraftwerk Moorburg gebaut werden sollte: Durch das aufgeheizte Kühlwasser werde es zu vermehrten Sauerstofflöchern kommen.