Beschluss: Skulptur des Sklavenhändlers wird abgebaut

Schimmelmann-Büste kommt weg

Der Streit um die Schimmelmann-Büste im Wandsbeker Puvogel-Garten ist beendet. Die Bronzeplastik soll verschwinden - das beschloss die Bezirksversammlung Wandsbek jetzt einstimmig. Damit lenkt die CDU nach mehr als eineinhalb Jahren ein: SPD- und GAL-Fraktion hatten, wie berichtet, bereits im September 2006 gegen die Aufstellung protestiert und fortan gefordert, die Büste des umstrittenen Hamburger Kaufmanns Heinrich Carl Graf von Schimmelmann (1724 bis 1782) zu entfernen. Dieser erwirtschaftete einen Großteil seines Vermögens mit Sklavenhandel.

Klaus Grage, CDU-Chef im Bezirk, räumt ein: "Das Denkmal hat viel Unruhe gebracht. Bürger warfen uns vor, unbedacht mit der Geschichte umzugehen." In der Vergangenheit hatte es wiederholt Proteste gegeben, bei denen die Plastik etwa mit roter Farbe besprüht worden war.

Rainer Schünemann von der SPD-Fraktion sagt erleichtert: "Endlich wird der fragwürdigen Ehrung ein Ende gesetzt. Schimmelmann hat aus Profitstreben Leid über unzählige Menschen gebracht". Zudem seien am Denkmal Steuergelder verschwendet worden. Schünemann: "Die Putzaktionen nach den Farbbeutelanschlägen haben etwa 2000 Euro gekostet - unnütze Ausgaben."

Bevor Schimmelmann verschwindet, muss im Bezirk ein neuer Kulturausschuss gegründet werden, der entscheidet, was mit der Skulptur geschieht. "Wenn sie anderswo aufgestellt wird, muss das in passendem Umfeld sein - an einem Ort, der die kritische Aufarbeitung mit Geschichte zulässt", so Olaf Duge (GAL). Er hofft auf einen schnellen Beschluss.

( kpu )

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