Empörung über Tötungsmaschine von Ex-Senator (Fortsetzung)

"Es ist unerträglich, wie Kusch die Ängste der Menschen vor dem Tod missbraucht, um sich selbst zu inszenieren", sagt Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg. In den USA seien Hinrichtungen nach Kuschs Methode - mit Kaliumchlorid - wegen Unmenschlichkeit gestoppt worden. Die Tatsache, dass Kusch, der von 2001 bis 2006 Justizsenator in Hamburg war, dieses Verfahren jetzt propagiere, zeige seine Skrupellosigkeit.

Auch bei der Hospizbewegung trifft Kusch auf entschiedene Ablehnung. Mit der Selbsttötungsmaschine solle der Suizid Schwerstkranker in zynischer Weise perfektioniert werden, kritisierte Birgit Weihrauch, Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbandes.

Benötigt würden nicht neue Ideen zur Realisierung einer aktiven Sterbehilfe, sondern der Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung.

"Unsere Aufgabe ist, Sterbende und Kranke besser zu pflegen, um ihnen trotz allem ein lebenswertes Leben zu ermöglichen", ergänzt die sozialpolitische Sprecherin der GAL, Martina Gregersen. Allerdings räumt sie ein, dass sich der Einzelne auch gegen lebensrettende Maßnahmen entscheiden können müsse. Es sei völlig verwerflich, sich solche Gedanken zu machen, sagt CDU-Fraktionsvize und Kirchenexperte Wolfgang Beuß empört. Statt einer Tötungsmaschine müsse die Palliativmedizin stärker in den Focus gerückt werden, um ein menschenwürdiges und schmerzfreies Sterben zu ermöglichen. "Als Liberaler und Christ ist humanes Sterben für mich kein Tabuthema. Es ist für die Betroffenen ein trauriges Thema, mit dem man menschlich und mit Würde umgehen muss", sagt der Hamburger FDP Bundestagsabgeordnete Burkhardt Müller-Sönksen, Obmann im Menschenrechtsausschuss. Leider mutiere Kusch bei seiner Ankündigung, "persönlich mit laufender Filmkamera dabei sein zu wollen", zu einem zynisch-eigenverliebten Narzissten der Justiz. Nach dem Motto: Mit meinem Drahtseilakt zwischen Leben und Tot verewige ich mich in der höchstrichterlichen Literatur. Damit werde die würdevolle Diskussion zur unerträglichen und nicht akzeptablen Eigeninszenierung.

Nach Aussage des Leitenden Oberstaatsanwalts Wolfgang Ehlers ist Kuschs "Selbsttötungsmaschine" für die Hamburger Staatsanwaltschaft derzeit kein Thema. Dies könnte sich schnell ändern, sollte in den nächsten Tagen Anzeige gegen Kusch gestellt werden.