Gebietsreform: Etwa 10 000 Hamburger leben ab sofort in neuen Quartieren

Sternschanze, HafenCity - Hamburgs neue Stadtteile

Ab heute ist zusätzlich für Wilhelmsburg auch nicht mehr der Bezirk Harburg zuständig, sondern Mitte.

Ohne dass sie umgezogen sind, wohnen etwa 10 000 Hamburger ab sofort in einem neuen Stadtteil, weitere 50 000 in einem neuen Bezirk. Durch das 2006 beschlossene "Gesetz über die räumliche Gliederung der Freien und Hansestadt Hamburg" haben die Quartiere HafenCity und Sternschanze vom 1. März an den Status eines eigenen Stadtteils. Für Wilhelmsburg ist jetzt nicht mehr der Bezirk Harburg zuständig, sondern Hamburg-Mitte.

Durch die Gebietsreform haben sich die Grenzen der Bezirke Altona, Eimsbüttel, Hamburg-Mitte und Harburg geändert. Informationen dazu gibt es unter www.bezirke.hamburg.de .

Die Zuordnung Wilhelmsburgs zum Bezirk Hamburg-Mitte soll den "Sprung über die Elbe" unterstützen: Der zehn Kilometer lange Wasserbereich von der City über die HafenCity und Wilhelmsburg bis zum Harburger Binnenhafen soll neu gestaltet und an die Hamburger Stadtmitte angebunden werden. "Wichtig für uns ist, dass eine Aufwertung von Wilhelmsburg ohne Verdrängung der alteingesessenen Bewohner stattfindet", sagt Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD). "Wir möchten ihnen die Chance geben, sich durch Bildung für einen guten Job qualifizieren zu können, der ihnen ein Wohnen im Stadtteil Wilhelmsburg ermöglicht." Das sei eine anspruchsvolle Aufgabe.

Durch die Gebietsreform ändert sich für die Wilhelmsburger einiges: Nach wie vor können viele Angelegenheiten im Kundenzentrum an der Mengestraße erledigt werden. Jugend-, Einwohner- und Gesundheitsamt, Verbraucherschutz, Bauprüfabteilung, Stadtplanung und die Abteilung für Grundsicherung und Soziales befinden sich ab jetzt jedoch in Hamburg-Mitte. Durch den Umzug der Dienststellen wird es in der ersten Märzwoche nur eingeschränkten Betrieb geben. Auskünfte dazu gibt es beim Hamburg-Service unter der Telefonnummer 42 82 80 oder mit dem Zuständigkeitsfinder Dibis unter www.bezirke.hamburg.de .

Weil sich die HafenCity im Bewusstsein der Hamburger längst als eigenes Quartier eingeprägt hat, wurde dem 2,2 Quadratkilometer großen Gebiet jetzt auch formell eine eigene Identität gegeben. Der neue Stadtteil setzt sich zusammen aus Teilen von Hamburg-Altstadt, Rothenburgsort und Klostertor - dieser 1951 gegründete Stadtteil wurde jetzt aufgegeben, das restliche Gebiet nördlich des Oberhafens wurde Hammerbrook zugeordnet.

Auch die Sternschanze gilt bei den Hamburgern als eigenständiger Teil der Stadt. Die Grenzen des Viertels waren bisher nicht genau definiert - es lag irgendwo zwischen Altonaer Straße, ehemaligem Schlachthof, Sternschanzenpark und Stresemannstraße. Das Schanzenviertel setzte sich bislang aus Teilen von St. Pauli, Eimsbüttel, Altona und Rotherbaum zusammen, die Verwaltung teilten sich die Bezirke Eimsbüttel, Altona und Hamburg-Mitte. Jetzt gehört der 0,5 Quadratkilometer große Stadtteil Sternschanze zum Bezirk Altona - das soll eine einheitliche Entwicklung des Bereiches ermöglichen. Der Bürgerschaftsabgeordnete Andy Grote (SPD) äußert Kritik: "Bei der Festlegung der Sternschanzen-Grenzen hätte man sich an städtebaulichen Gegebenheiten wie Hauptverkehrsstraßen orientieren müssen", sagt er. "Nun gehört der Schanzenturm, der auf dem Wappen Eimsbüttels zu sehen ist, zu Altona." Sowieso sei kaum einer im Vorfeld einverstanden mit dieser Neuerung gewesen - er könne sich vorstellen, dass eine Abschaffung des Stadtteils Sternschanze Thema der nächsten Bürgerschaftssitzung sei.