Kita Marienkäfer muss Lärmschutzwand bauen

In Hamburg darf ein neuer Kindergarten nur mit einer 60 Meter langen und zwei Meter hohen Lärmschutzwand gebaut werden. Dies bestimmte jetzt das zuständige Bezirksamt Wandsbek. Betroffen ist davon der Kindergarten Marienkäfer aus dem Stadtteil Marienthal. Katharina Weyandt, Sprecherin des Diakonischen Werkes Hamburg, sagte dazu: "Die Lärmschutzwand ist das traurige Zeichen einer Gesellschaft, für die Kinder nicht mehr selbstverständlich sind." Die Diakonie ist selbst Träger von 153 Kitas, keine davon habe eine Lärmschutzwand.

Der Bezirk machte die Lärmschutzwand der Baugesellschaft Otto Wulff in der Baugenehmigung zur Auflage. Zudem muss eine Privatzufahrt zum Kindergarten gebaut werden, damit die Nachbarn nicht durch das Bringen und Abholen der Kinder gestört werden. Der Auflage vorausgegangen waren Beschwerden der bereits ansässigen Anwohner, die eine Lärmbelästigung durch die spielenden Kinder fürchteten. Der Kindergarten Marienkäfer, der bereits seit 1994 in einem Einfamilienhaus an anderer Stelle in Marienthal betrieben wird, muss dort ausziehen, weil Nachbarn vor dem Hamburger Landgericht wegen Lärmbelästigung durch die Kinder geklagt hatten. Das Urteil vom August 2005 sorgte bundesweit für Aufsehen. Auch damals wurde als mögliche Lösung für den Nachbarschaftsstreit eine Lärmschutzwand diskutiert.

"Wir sind sehr froh, dass wir jetzt neu eröffnen können", sagte Anja Matthies vom Trägerverein des "Marienkäfers". Die Suche habe auch lange genug gedauert. "Allerdings hinterlässt die Lärmschutzmauer einen bitteren Geschmack", so Matthies. In einer sogenannten Nachbarschaftsvereinbarung hat sich der Bauherr von den Nachbarn nun zusätzlich schriftlich versichern lassen, dass sie mit den Maßnahmen, so wie sie jetzt in der Baugenehmigung festgehalten sind, zufrieden sind. "Das ist eine Absicherung für uns", sagte Andreas Seithe von der Baugesellschaft. Wie dick die Mauer nun werden wird, konnte Seithe noch nicht sagen. Es müsse erst ein Schallgutachten erstellt werden. Die Lärmschutzwand solle in jedem Fall begrünt werden.