Schilleroper: Bezirk lehnt Abrissantrag ab

Matthias Rebaschus

Neuer Streit um eine Ruine: Der Bezirk Mitte hat einen Abrissantrag für die Schilleroper auf St. Pauli abgelehnt. Stattdessen wird das marode Gebäude aus dem Jahr 1889 in die Denkmalliste aufgenommen. "Damit steht es erst einmal vorläufig unter Schutz", sagt Bezirksamtsleiter Markus Schreiber.

Die Eigentümergemeinschaft um Eberhard und Frank Erhardt hatte den Abriss des historischen Gebäudes beantragt. "Ohne dass sie uns mitgeteilt haben, was entstehen soll, und ohne dass eine sanierungsrechtliche Genehmigung beantragt wurde", so Schreiber. "Eigentum verpflichtet - das ist wohl bei den Eigentümern der Schilleroper noch nicht angekommen."

Seit sechs Jahren steht das ehemalige Volkstheater, in dem Hans Albers seine ersten Erfolge feierte, leer und verfällt. "Dabei liegen ein Sanierungskonzept und ein Bebauungsplan vor, mit denen das historische Gebäude gerettet werden könnte", sagt Schreiber. Der 24 Meter hohe Rundbau soll versetzt und restauriert werden.

Auf dem frei werdenden Platz soll ein Neubau mit Restaurants, Büros, Geschäften und Wohnungen errichtet werden. Das Architekturbüro Spengler & Wiescholek hat das schon geplant. "Doch offensichtlich fehlt den Eigentümern der Sanierungswille. Sie entwickeln überhaupt keine Aktivitäten, etwas Ordentliches daraus zu machen", sagt der Bezirkschef.

( reba )

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