Wandsbek: Umzug droht am Widerstand der Nachbarn zu scheitern

Wieder Protest gegen "Marienkäfer"

Die Kita, die wegen Lärmbelästigung umziehen musste, hat neue Räume gefunden - doch auch dort gibt es Ärger mit den Anwohnern.

Der Mietvertrag ist so gut wie unterschrieben. Für den von der Schließung bedrohten Kindergarten Marienkäfer scheint es das erste Mal konkrete Hoffnung zu geben, dass es weitergeht. Und zwar in Marienthal, dem Stadtteil, wo der Kindergarten seit 1994 in einem Einfamilienhaus betrieben wird. Möglich werden könnte dies am Zikadenweg, dort plant die Baugesellschaft Otto Wulff eine neue Siedlung. Bestehend aus 54 Reihenhäusern und einem Kindergarten. Wären da nicht die Nachbarn - dieses Mal die neuen.

Die alten Nachbarn nämlich - am bisherigen Standort zwischen Rennbahnstraße und der Sackgasse Nöpps - hatten wegen Lärmbelästigung geklagt und im August 2005 vor dem Hamburger Landgericht die Schließung des "Marienkäfers" erwirkt.

Als nun einige Anwohner am Zikadenweg von dem Bauprojekt und dem Zuzug des Kindergartens hörten, schrieben sie Einwände an das Wandsbeker Bezirksamt gegen die Ansiedlung der Kita Marienkäfer. 14 Beschwerden soll es gegeben haben. Der Bezirk Wandsbek stand dem Projekt bisher positiv gegenüber. Vermittelten Lokalpolitiker und der frühere Bezirksamtsleiter und heutige Staatsrat der Stadtentwicklungsbehörde, Gerhard Fuchs (CDU), doch stets, dass, sobald ein geeignetes Objekt gefunden sei, die Baugenehmigung für den Kindergarten erteilt werden würde. Seit ein paar Tagen schweigt der Bezirk jedoch zu den Vorgängen. Offiziell heißt es: "Wir wollen das Vertrauen zu allen Beteiligten wahren, deshalb nimmt das Bezirksamt keine Stellung", so Bezirkssprecherin Sonja Feßel. Mit "allen Beteiligten" sind die Betreiber des Kindergartens, die Baufirma Wulff und die neuen Nachbarn gemeint. Während sich Wulff und die Marienkäfer einig sind, verzögern die Beschwerden das Genehmigungsverfahren für den Bau. Doch damit die Kita rechtzeitig im Sommer 2008 einziehen kann, müsste in den nächsten Wochen mit den Arbeiten begonnen werden. "Wir geben mit unseren Planungen richtig Gas wegen der Kita", versichert Michael Miersch, Projektleiter der Firma Wulff, und auch vonseiten des Kindergartens heißt es: "Wir gehen davon aus, dass die Vorkehrungen vonseiten des Vermieters Otto Wulff so gut sind, dass keine Beeinträchtigung der Nachbarn stattfindet", so Sabine Skwara, Sprecherin des Kindergartens.

Die Firma Wulff hat in einem Gutachten den zu erwartenden Lärm durch spielende Kinder ermittelt. Das Ergebnis: Die Belastung wird im erlaubten Rahmen bleiben.