Mafia-Morde: Führt die Hamburger Spur ins Leere?

Die Spur der Duisburger Mafia-Morde nach Hamburg (wir berichteten): Hochrangige Fahnder bezweifeln mittlerweile immer mehr, dass der von der Polizei gesuchte mutmaßliche Drahtzieher der Sechsfachmorde mit seinem Mietwagen in Hamburg untergetaucht ist. Ein Taxifahrer hatte den schwarzen Wagen - darin zwei Unbekannte, die mit Schusswaffen hantiert haben sollen -, angeblich am frühen Sonntagmorgen auf der Wohlwillstraße (St. Pauli) gesehen.

Doch trotz Öffentlichkeitsfahndung hat sich der Taxifahrer nach seinem Anruf bei der Polizei bisher nicht wieder gemeldet. Und: Mehrfach wurden gestern zwar verdächtige Renault Clio in der Stadt angehalten, so etwa am späten Vormittag auf der Schmilinskystraße (St. Georg). Immer gab es aber schnell Entwarnung.

Offiziell sagt die ermittelnde Duisburger Mordkommission: "Es gibt nichts Neues aus Hamburg." Intern heißt es: "Möglicherweise hat sich der Taxifahrer vertan, oder jemand wollte uns ärgern." Auch Bänder der Kiez-Videoüberwachung wurden gesichtet, ohne dass Ermittler darauf den Renault entdecken konnten. Die Duisburger Polizei will unterdessen die Fahndung nach dem 28-jährigen Strangio ausweiten und ihn mit einem internationalen Haftbefehl suchen. Dieser sei beantragt, sagte ein Polizeisprecher. Bei der Bluttat in Duisburg waren in der Nacht zum 15. August vor dem italienischen Restaurant Da Bruno sechs Italiener erschossen worden.