Weniger Geld für neue Radwege.

Fahrradbeauftragte scheidet zum Jahresende aus.

"Der desolate Zustand vieler Rad- und Fußwege wird beseitigt, um die Verkehrssicherheit wieder herzustellen", so steht es im Koalitionsvertrag von CDU, FDP und Schill-Partei. Dennoch hat die Behörde für Bau und Verkehr beim Neubau, dem Erhalt und der Pflege von Radwegen in diesem Jahr einen Sparkurs eingeschlagen. Und das, obwohl laut Aussagen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ein Großteil der Radwege in einem katastrophalen Zustand ist. 600 000 Euro hat die Behörde für Bau und Verkehr in diesem Jahr für den Neubau von Radwegen an Hauptverkehrsstraßen ausgegeben. Das sind 294 760 Euro weniger als im vergangenen Jahr. Die sieben Bezirke bekamen 500 000 Euro zur Förderung des Radverkehrs (im vergangenen Jahr waren es noch 1,55 Millionen Mark gewesen). "Das reicht bei weitem nicht aus", sagt Peter Hansen, Sprecher vom Bezirk Nord. Und auch im Tiefbauamt Eimsbüttel ist das Geld für die Reparatur und den Ausbau von Radwegen knapp. Gespart wird künftig auch am Ausbau der Velorouten. Das Programm, eines der Paradestücke des einstigen rot-grünen Senats, wird nach Abschluss der noch laufenden Restarbeiten beendet. Der Ausbau wird "qualifiziert" zu Ende geführt, heißt es von Seiten der Behörde. Dafür will die Behörde in diesem Jahr noch einmal 500 000 Euro ausgeben. Dann ist Schluss. Neue Strecken sollen nicht mehr gebaut werden. Damit sind drei der zwölf geplanten Radverbindungen durch Hamburg vorerst auf Eis gelegt. Verzichten müssen die Radfahrer zukünftig auch auf die Fahrradbeauftragte Dagmar Meyer. Die 46 Jahre alte Sozialwissenschaftlerin übernahm vor sieben Jahren das Amt bei der Behörde. Jetzt hat der Senat die Abschaffung aller Senatsbeauftragten beschlossen. Dagmar Meyer scheidet zum Jahresende aus. Eine Koordinierungsstelle zwischen den Behörden, Bezirken und Initiativen außerhalb der Behörde für Bau und Verkehr wird es in der Form nicht mehr geben.