Senat plant Schwimmbad auf der Alster

Darauf werden viele Hamburger gewartet haben: Bürgermeister Ole von Beust (CDU) will heute die Pläne des Senats für ein Schwimmbad in der Alster vorstellen. Auf einer Fläche von mehr als 5000 Quadratmetern soll die Badeanstalt in Höhe Schwanenwik (Uhlenhorst) entstehen. Für die Präsentation des Vorhabens - passend zur Badesaison - unterbricht der Bürgermeister seinen Urlaub auf Sylt.

So soll das Projekt im kommenden Jahr realisiert werden: Fünf ausrangierte Schuten dienen als Bassins für die Schwimmer. Die miteinander verbundenen Becken werden mit Frischwasser befüllt, obwohl die Alster laut Umweltbehörde inzwischen wieder Badequalität hat. Doch Baden direkt in der Alster ist aus zwei Gründen nicht möglich: Erstens ist die Sicherheit der Schwimmer wegen der Segler und Alsterschiffe nicht gewährleistet. Zweitens sind Rettungseinsätze wegen der geringen Sichttiefe problematisch.

Der zusätzliche Clou ist ein Liegebereich auf einem Ponton vor dem Alsterufer. Schwimmbad und Liegebereich sollen über einen Steg vom Ufer aus erreichbar sein. Vorbild für das Hamburger Projekt ist das "Badeschiff Berlin". Im Stadtteil Treptow liegt ein zur Badeanstalt umgebauter Lastkahn. Die Initiatoren des "Badeschiffs Berlin" sollen auch die Alster-Badeanstalt betreiben.

Bereits mehrfach hatten die Grünen eine Badeanstalt in der Alster vorgeschlagen. Dabei hatte es bislang Bedenken wegen der Sicherheit und des Eingriffs in das Stadtbild gegeben. Dabei hat das Baden in Hamburgs bekanntestem Stadtgewässer Tradition: Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gab es am Schwanenwik bereits das Schwimmbad "Alsterlust". Später wurde die Badeanstalt wegen der schlechten Wasserqualität geschlossen. Schon im 19. Jahrhundert wurde in der Binnenalster gebadet.