St. Georg: Fünf Kameras wurden gestern in Betrieb genommen

Videoüberwachung auch am Hansaplatz

| Lesedauer: 2 Minuten
Matthias Schmoock

Innensenator Udo Nagel (parteilos) hat die Videoüberwachung in Hamburg ausgeweitet.

Innensenator Udo Nagel (parteilos) hat die Videoüberwachung in Hamburg ausgeweitet. Seit gestern wird auch der Hansaplatz in St. Georg mit insgesamt fünf Videokameras von der Polizei überwacht. Hintergrund sei die relativ hohe Zahl an Straftaten in dem Gebiet, sagte der Senator, sie liege im Schnitt bei 3000 Fällen pro Jahr. "Unser Ziel ist es, St. Georg noch sicherer und damit noch attraktiver für die Einwohner und die vielen Gäste zu machen", so Nagel. Passanten werden mit Hinweisschildern auf die Kameras aufmerksam gemacht. Sogenannte "private zones" - also zum Beispiel Wohnungen am Platz - werden von den Kameras nicht erfasst. Die gespeicherten Bilder werden nach 30 Tagen automatisch gelöscht. Kosten für die Videoüberwachung am Hansaplatz: 400 000 Euro.

Bislang sind in Hamburg bereits die Reeperbahn und das Heiligengeistfeld mit Überwachungskameras ausgestattet. Die Einrichtung weiterer Kameras, etwa auf dem Vorplatz des Bahnhofs Bergedorf, werde geprüft. Die bisherigen Erfahrungen der Videoüberwachung in Hamburg bezeichnete Nagel als "sehr positiv". Rund 600 Ermittlungsverfahren gingen auf die Auswertung der Videoüberwachung zurück, 270 Polizeieinsätze und 65 Platzverweise hingen direkt damit zusammen. "Die Videoüberwachung unterstützt die Polizei schnell und gezielt", so Nagel. Als "Stückwerk" hat dagegen SPD-Innenexperte Andreas Dressel den Start der Überwachung am Hansaplatz bezeichnet. "Innensenator Nagel kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er weiterhin keine umfassende Strategie zur Eindämmung insbesondere der Gewaltkriminalität an den Brennpunkten Hamburgs hat", sagte Dressel.

Skepsis kommt auch aus dem "Sperrgebiet", einer an den Hansaplatz angrenzenden sozialen Einrichtung des Diakonischen Werks. Hier wird seit fast 30 Jahren drogenabhängigen, sich prostituierenden jungen Frauen und Mädchen geholfen. Zu dem mit der Sozialbehörde abgestimmten Konzept gehört die anonyme Beratung - natürlich ohne Videoaufzeichnung. Auf das Problem hatte Leiterin Anke Mohnert den Innensenator bei seinem Besuch im Stadtteil aufmerksam gemacht. Erst gestern wurde sie informiert, dass der Bereich vor dem "Sperrgebiet" weiträumig geschwärzt ist. Anke Mohnert: "Davon möchten wir uns persönlich überzeugen, um das an unsere Klientinnen weiterzugeben."

( schmoo )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg