Verhöhnung der Radfahrer

Matthias Schmoock

Kommentar

Viele Radwege in Hamburg gleichen Geländestrecken in der Walachei. Die Radfahrer werden gerüttelt, ihre Drahtesel gestaucht und geschunden. Klar, dass da viele auf die Straße ausweichen - aber genau das ist an stark befahrenen Strecken gar nicht erlaubt. Überspitzt gesagt: Die Stadt zwingt Radfahrer mancherorts, ein Verbot zu missachten, und riskiert, dass es noch mehr Unfälle gibt. Die Behörden reagieren auf die Misere nach bekannter Manier: So richtig fühlt sich niemand zuständig, und im Übrigen sind Reparaturen eh zu teuer. Aber: Für Parkschein-Automaten und den Rückbau von Busspuren hat das Geld gereicht. Ganze Straßen werden mit hohem Aufwand beruhigt, und auch beim "Entpollern" muss nicht gespart werden. Prestige-Strecken wie rund um die Binnenalster werden gehegt, aber am Mittelweg - nahe Uni und Moorweide - reicht Flickwerk. Dass die teuren blauen Radweg-Schilder jetzt an vielen Stellen flugs mit dem Hinweis "unebener Radweg" versehen wurden, ist da keine Soforthilfe, sondern eher eine Verhöhnung der Hamburger Radfahrer.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg