Chinesische Wirtschaftskraft ein Vorbild für Hamburg?

Es war ein Kurztrip der Hamburg-Delegation mit Bürgermeister Ole von Beust (CDU) an der Spitze in die südchinesische Metropole Guangzhou (deutsch: Kanton). Doch weniger als 24 Stunden reichten aus, um zu erkennen, dass die Stadt am Perlfluss eine der besonders dynamischen Regionen ist. Zu den beeindruckendsten Beispielen der erwachten chinesischen Wirtschaftskraft zählt der Guangzhou Wirtschafts- und Technologiepark: Auf einer Fläche von 393 Quadratkilometern arbeiten 190 000 Menschen in 1600 Betrieben und Fabriken, von denen 1000 ausländische Eigentümer haben oder Joint Ventures sind - die größte Wirtschaftszone Chinas. Im 1984 gegründeten Technologiepark haben sich Firmen wie Siemens, Carl Zeiss oder ThyssenKrupp angesiedelt. Ein Teil der Beschäftigten (Durchschnittslohn rund 68 Euro im Monat) wohnt in neuen Wohnblöcken in der Nähe der Fabriken. Teil des Konzepts ist die räumliche Nähe zu Hochschulen. Wissenschaft und Wirtschaft sollen kooperieren. "Die Chinesen sind weiter als wir", lautete das begeisterte Fazit von Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz, der die Gruppe von Wirtschaftsvertretern leitete. Branchenbezogene Technologieparks mit der Kombination von Wissenschaft und Wirtschaft habe die Kammer schon vor Jahren für Hamburg gefordert.

Im offiziellen Teil der Reise trafen Ole von Beust und die politische Delegation den Gouverneur der Provinz Guangdong, Huang Huahua. "Es geht ihm vor allem darum, deutsche Investoren in die Region zu holen", sagte von Beust. Im Zentrum des Interesses stehen Wasseraufbereitung und regenerative Energien. Abends flog die Delegation nach Singapur.