Hamburgs Expo-Pläne und die Zusage für das Teehaus von Rotherbaum

Herr Zhou spricht schnell, kennt alle Zahlen auswendig. Herr Zhou rattert in seinem akzentuierten Englisch alles Wissenswerte über die Weltausstellung 2010 in Shanghai herunter.

Herr Zhou spricht schnell, kennt alle Zahlen auswendig. Herr Zhou rattert in seinem akzentuierten Englisch alles Wissenswerte über die Weltausstellung 2010 in Shanghai herunter. Zhou Hanmin ist Vizedirektor der Expo-Kommission in Shanghai und der Typ des modernen chinesischen Managers. Nach einer halben Stunde weiß die Hamburger Delegation genau, welch ein gigantisches Projekt auch für chinesische Verhältnisse an den Ufern beiderseits des Huangpo entsteht.

China erwartet 200 Staaten als Aussteller der Expo, 70 Millionen Menschen sollen die Schau besuchen - 90 Prozent von ihnen werden Chinesen sein. U-Bahn-Linien werden gebaut und die Transrapid-Strecke bis zum Expo-Gelände verlängert.

Es ist Zeit, Fragen zu stellen. Bürgermeister Ole von Beust (CDU) erläutert das Interesse Hamburgs, sich mit einem eigenen Pavillon an der Expo zu beteiligen. "Uns ist daran gelegen, dass das Gebäude auch nach der Ausstellung weiter genutzt werden kann, die Investitionskosten sind hoch. Wie stehen Sie zum Thema Nachhaltigkeit?", fragt von Beust. "Die Idee der Nachhaltigkeit hat Charme", räumt Zhou Hanmin ein. "Wir sollten uns schnell zusammensetzen, damit wir sehen, was Hamburg thematisch will." Konkreter wird der Vizedirektor nicht. Die Hamburger würden gern ein Gelände am Wasser mit einem Öko-Haus bebauen, eventuell dort auch Kreuzfahrtschiffe während der Expo anlegen lassen. Ein anderes Projekt nimmt sehr konkrete Züge an. "Wir werden die Pläne für das Teehaus bei den Behörden bis zum 31. Mai einreichen", sicherte Huang Chenggang von der Shanghaier Tourismus-Kommission von Beust bei einem Frühstück mit Shanghaier Unterstützern der Städtepartnerschaft mit Hamburg zu.

Diese Zusage hatte Oberbürgermeister Han Zheng seinem Amtskollegen am Montag bereits angekündigt. Damit kann im September mit dem Bau des Acht-Millionen-Euro-Projekts hinter dem Museum für Völkerkunde begonnen werden. Nach dem Vorbild des historischen Teehauses im Shanghaier Yu-Garten entsteht ein Gebäude, von dem aus Shanghai Unternehmen aus dem gesamten europäischen Raum für die Expo begeistern will. Shanghai kommt mit der Expo nach Hamburg, jetzt fehlt nur noch der umgekehrte Weg: Hamburgs Beteiligung in Shanghai. Handelskammerpräses Karl-Joachim Dreyer nutzte das Treffen, für den nächsten "Hamburg Summit - China meets Europe" (10. bis 12. September 2008) zu werben. Beim zweiten "Hamburg Summit" 2006 waren 350 Gäste aus China und Europa nach Hamburg gekommen, darunter Ministerpräsident Wen Jiabao.