Panoptikum bekommt ein neues Gesicht

Der ehemalige Schandfleck Spielbudenplatz wird immer attraktiver: Nun wird auch die Fassade des Panoptikums generalüberholt. Vom 8. Januar bis Ende Februar 2007 bleibt Deutschlands ältestes Wachsfigurenkabinett deshalb geschlossen.

"Der Eingangsbereich hat im Laufe der Jahre an Glanz verloren", sagt Besitzer Hayo Faerber (60). "Meine Frau Beate plante schon länger eine Renovierung. Leider ist sie Anfang des Jahres gestorben, und nun setze ich ihre Idee um."

Das heutige Panoptikum wurde 1961 nach einem Entwurf von Hayo Faerbers Vater im Stil der 50er-Jahre gebaut. "Der Retro-Charakter der Fassade bleibt erhalten", versichert Johannes Quitte vom Architekten-Team Quitte und Pruin. Für neuen Glanz werden vergoldete Bogen und die Verglasung der Front sorgen.

Den Umbau finanziert Hayo Faerber selbst. Als Privatunternehmen wird das Wachsfigurenkabinett nicht von der Stadt unterstützt. Das Panoptikum ist seit seiner Gründung vor 127 Jahren in Familienbesitz. 1879 eröffnete das Ehepaar Maria und Friedrich Faerber das Wachsfigurenkabinett. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahmen die Söhne Arthur und Hermann das florierende Familiengeschäft. Im Zweiten Weltkrieg ging ein Bombenhagel auf St. Pauli nieder, das Panoptikum brannte ab. Faerber: "1948 eröffneten meine Großeltern in den Ruinen ein neues Panoptikum. Mit nur 28 Figuren, die den Brand überstanden hatten."

Das Haus am Spielbudenplatz 3 beherbergt heute mehr als 130 Figuren. Angela Merkel und Gerhard Schröder prosten sich zu, Mireille Mathieu steht schüchtern neben der üppigen Sophia Loren, und mittendrin grinst ein lebensechter Jan Fedder. "Fedder war eine Auftragsarbeit. Seine Frau kam zu uns mit dem Wunsch, ihrem Mann zu seinem 50. Geburtstag eine Wachsfigur von sich selbst zu schenken", sagt Hayo Faerber.

130 000 Besucher kommen jedes Jahr ins Panoptikum. Viel Arbeit für Hayo Faerber. Neben der Renovierung kümmert er sich momentan um neue Wachsfiguren. Sänger Herbert Grönemeyer ist in Planung. Weiter sind die Arbeiten an einer anderen Figur: Bildhauer Gottfried Krüger modelliert gerade Papst Benedikt XVI. "Wenn alles glatt geht, werden die Besucher bei der Wiedereröffnung vom Papst begrüßt", sagt Hayo Faerber.