Politiker einig: China Time ein Erfolg

Zwischenbilanz: Eine Woche vor ende der Veranstaltungsreihe. Dennoch gibt es Kritik. Manuel Sarrazin (GAL): Das Thema Menschenrechte kommt zu kurz.

CHINA TIME IN HAMBURG

Eine Woche vor Ende der China Time ziehen Politiker aller Bürgerschaftsfraktionen eine positive Zwischenbilanz. "Die China Time ist ein voller Erfolg, die guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Hamburg und China werden präsentiert", sagt Barbara Ahrons, wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU. Dem stimmen die Vizepräsidentin der Bürgerschaft, Barbara Duden (SPD), und der GAL-Abgeordnete Manuel Sarrazin zu. Sarrazin kritisiert allerdings, dass das Thema Menschenrechte zu kurz komme.

Mehrere Tausend Besucher waren bisher bei den rund 270 Veranstaltungen der China Time dabei, die noch bis zum 1. Oktober läuft. "Die Hamburger haben gezeigt, dass das Angebot angenommen wird", sagt Duden und begrüßt wie auch ihre Politikerkollegen eine Neuauflage der Mischung aus Volksfest, Wirtschaftsforum und Polittreff. Ahrons sagt, für sie sei die wichtigste Erkenntnis gewesen, die andere Kultur und Denkweise der Chinesen kennenzulernen. Auch Sarrazin sagte, er habe viel über China gelernt.

"China ist ein faszinierendes Land, wir haben mit Schanghai eine fantastische Städtepartnerschaft - aber ich hätte mir erhofft, dass man bei solch einer öffentlichen Veranstaltung mehr über Menschenrechte und Diktatur spricht", sagt der GAL-Fraktionssprecher für Internationales. Es gebe lediglich etwa fünf Veranstaltungen, die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen würden, sagt er. Die Menschenrechtslage sei viel zu kurz gekommen. Sarrazin: "Der Senat muss stärker Stellung beziehen zu Menschenrechtsverletzungen - anstatt Lampions an der Alster aufzuhängen." Ahrons weist die Kritik zurück: "Wir können diese Barriere nur in Freundschaft überwinden - auf Konfrontation zu gehen halte ich nicht für sinnvoll. Wir müssen behutsam, aber beharrlich vorgehen." Auch Duden sagt: "Man muss das Thema behutsam ansprechen, darf es aber nicht vergessen." Zudem habe es eine Reihe von Veranstaltungen dazu gegeben, sagte sie. "Eine Prominentere wäre bei einer Neuauflage allerdings wünschenswert."

Parallel zu der Eröffnung am 13. September hatte die Handelskammer drei Tage lang den Kongress "Hamburg Summit: China meets Europe" veranstaltet. Beim Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao war es zu protokollarischen Unstimmigkeiten zwischen Handelskammer und Rathausprotokoll gekommen. Sarrazin: "Es hat mich überrascht, dass der Senat es einmal nicht geschafft hat, hundertprozentig nach der Pfeife der Handelskammer zu tanzen."