Hetz-Filme für Kinder in Moschee verkauft

Es ist auf den ersten Blick eine DVD für Kinder mit Zeichentrickfilmen wie "Biene Maja" oder "Heidi". Doch die DVD mit dem Titel "Die Kinder der Al-Aksa-Moschee", die laut Erkenntnissen des Hamburger Verfassungsschutzes in der Centrum-Moschee an der Böckmannstraße in St. Georg verkauft worden sein soll, zeigt alles andere als eine normale Kinderwelt: Es geht um Kinder, die sich aktiv am militanten Widerstand gegen Israel in Palästina beteiligen. Sie kämpfen mit Zwillen und Wurfsicheln gegen die Israelis, ein kleiner Junge hilft dabei, einen israelischen Soldaten zu ertränken.

Der Verkauf der Filme sei ein Indiz dafür, daß das Feindbild Israel bereits muslimischen Kindern vermittelt werde, so der Verfassungsschutz. Die Kinder-Filme seien antisemitisch, die Juden würden ausschließlich als despotische, menschenverachtende Besatzer und heimtückische Mörder dargestellt. Die Gewalt von palästinensischer Seite werde ausschließlich als heroischer Widerstandskampf gegen Israel gezeigt.

Dabei hatte die Centrum-Moschee nahe dem Hauptbahnhof bislang nicht als Treffpunkt für Islamisten gegolten. Im Gegenteil, sie galt als Moschee, in der viele Muslime verschiedener Nationen, die in Hamburg leben, beten und eine große, gut in den Stadtteil integrierte Gemeinschaft bilden.

Der Imam der Centrum-Moschee war am Freitag nicht zu erreichen. Doch der Vorsitzende der Schura, des größten Verbandes der Hamburger Muslime, Mustafa Yoldas, sagte, er wisse nichts Genaues, könne jedoch nicht ausschließen, daß die Filme dort verkauft worden seien. Wenn sie antisemitisch seien, sei das "nicht in Ordnung". Er halte es jedoch für richtig, "bereits den Kindern zu zeigen, wie israelische Soldaten Zivilisten, Frauen und Kinder ermorden". Auch die Verbreitung eines Filmes für Kinder, in dem ein fiktiver israelischer Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten palästinensische Kinder entführen läßt, um ihnen Organe zu entnehmen, hält er nicht für bedenklich. Die Gewalt passiere ja tatsächlich, sagte er dem Abendblatt. Die Kinder-Videos sind in türkischer Sprache verkauft worden. Der Verfassungsschutz vermutet hinter dem Vertrieb der DVDs türkische Islamisten aus der "Milli-Görüs"-Bewegung. Manfred Murck, Vizechef des Hamburger Landesamtes für Verfassungschutz: "Das sind eindeutige Anhaltspunkte, daß es in des Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs antisemitische Strömungen gibt." Das, so Murck weiter, verdeutliche auch die "Notwendigkeit der weiteren Beobachtung der Organisation durch den Verfassungschutz und den vorsichtigen Umgang mir ihren Repräsentanten." Sicherlich gebe es auch "reformorientierte Einflußträger" in der Bewegung, doch das Bild einer demokratisch eindeutig verankerten Milli Görüs sei "kaum die halbe Wahrheit". Bereits vor zwei Jahren hatte der Verfassungsschutz gewarnt, die Bewegung betreibe in Hamburg systematisch den Aufbau einer muslimischen Parallelgesellschaft.