Hamburg wirbt weltweit für China-Wochen

Seit Monaten laufen im Rathaus die Vorbereitungen für "China Time" - jetzt soll das große internationale China-Forum in Hamburg (13. September bis 1. Oktober, 200 Veranstaltungen) auch weltweit beworben werden. Die Kampagne startet - wo sonst? - in der Hansestadt. Seit heute prangen an 200 Werbegroßflächen der Ströer-Gruppe die Plakate für das deutschlandweit einmalige Festival, mit dem Hamburg seine Kompetenz für das Reich der Mitte ausbauen und vor allem öffentlich verankern will.

Organisator Knut Terjung und Ströer-Niederlassungsleiter Jan Kleeberg präsentierten gestern erstmals das Motiv mit dem Drachen, den Knut Terjung bewußt als Symbol für "China Time" ausgewählt hat: "Er ist das wohl bekannteste Fabelwesen Chinas - und bringt vor allem Glück. Ein positives und starkes Symbol, das für die Veranstaltung steht und zur China Time einladen soll." Ströer stellt diese und weitere Werbeflächen kostenlos zur Verfügung. Kleeberg sagte: "China Time ist neben der WM die große Veranstaltung mit internationaler Strahlkraft in diesem Jahr. Hamburg positioniert sich dabei als Europas Tor zu China. Das unterstützen wir sehr gerne." Daß sich dadurch für Ströer zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen lassen, räumt der Jungmanager ein: "Wir wollen mit unserer Unterstützung für ,China Time' auch zeigen, was wir für die Stadt zu leisten imstande sind."

Denn die Ströer-Gruppe ist über ihre Tochter, die Hamburger Außenwerbung GmbH, nur noch bis zum 31. Dezember 2008 Vertragspartner der Stadt in Sachen Außenwerbung. Der Vertrag wird neu ausgeschrieben. Das Prinzip: Die Stadt erlaubt dem Unternehmen als "Stadtmöblierer" die Aufstellung lukrativer Werbeträger und verdient daran per Gewinnbeteiligung fleißig mit. Neben Ströer ist in Hamburg das französische Unternehmen JCDecaux präsent, das die Plakatträger an Buswartehäuschen und Toilettenanlagen vermarktet. Auch Decaux will im großen Stil für "China Time" werben. Geschäftsführer Dieter Keppler: "Das ist für uns als langjähriger Werbepartner der Stadt eine Selbstverständlichkeit, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir präsentieren die Plakate an unseren internationalen Standorten wie Peking und Shanghai. Der Mediawert wird den der Mitbewerber deutlich übersteigen." Eine Kampfansage an die Berliner Wall AG, die ab kommender Woche sogar ihre wertvollen Plakatflächen an der WM-Fan-Meile und in der ganzen Innenstadt für "China Time" freiräumt, insgesamt 10 000 Flächen mit einem Mediawert von einer Million Euro bereitstellt. "Als potentieller Vertragspartner ist es für uns selbstverständlich, Hamburgs Interessen und eine derart gelungene Kampagne zu unterstützen", so Firmenchef Hans Wall. Für Terjung ein Glücksfall: Das Festival und die China-Kompetenz der Stadt werden so weltweit kommuniziert.