Jungfernstieg - Skaten verboten!

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Der Bezirk Mitte will mit drastischen Geldbußen von bis zu 15 000 Euro gegen die Inlineskater und Skateboarder vorgehen, die am Jungfernstieg verbotenerweise fahren. Dies kündigte Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD) an, nachdem die ersten drei Verbotsschilder am Jungfernstieganleger aufgestellt wurden. Das Bußgeld ist gestaffelt: Wer erwischt wird, ohne etwas beschädigt zu haben, zahlt ein "Verwarngeld" von bis zu 35 Euro. Grundlage ist das Wegegesetz (Paragraph 23, Absatz 1).

Bei "nachgewiesenen Beschädigungen" kann der Bezirk nach seinem Bußgeldkatalog (Paragraph 626) eine Buße von 250 bis 15 000 Euro erheben. Das bestätigte Amtssprecherin Sorina Weiland dem Hamburger Abendblatt. Der Bezirk will das Verbot ab sofort vom Städtischen Ordnungsdienst (SOD) überprüfen lassen. "Auch die Polizei kann einschreiten", sagt Weiland.

Der Jungfernstieg wird für 16 Millionen Euro umgebaut und ist seit Mai dieses Jahres teilweise zugänglich. Zu den Attraktionen gehören die helle Pflasterung und die beleuchteten Treppen, auf denen einmal verschiebbare Holzbänke angebracht werden sollen.

Der Bezirk sprach das Verbot (auf den Stufen zwischen Alsterpavillon und der Baustelle Ballindamm) aus, weil sich Passanten durch die flotten Skateboard-Flitzer bedroht fühlten und die neuen Anlagen beschädigt wurden. So sind die Kanten der flachen Treppen von den Skateboards schwarz beschmiert und teilweise auch zerbrochen. Die Treppenstufen, die eigentlich zum Sitzen einladen sollen, sind zudem noch mit klebrigem Wachs beschmiert, um die Bretter besser gleiten zu lassen.

Der Bezirk Mitte hat extra ein Verbotsschild entwerfen lassen. Dies zeigt ein stilisiertes Skateboard mit einem roten Balken - und ist offensichtlich als "Souvenir" beliebt. "Das erste von drei Schildern ist schon gestohlen worden", sagt Markus Schreiber. Die Skater machen im Internet gegen das Verbot unter "Hamburg - wehr dich" mobil. Das Verbot sei sinnlos, weil der Jungfernstieg "eh schon wie fünf Jahre gerippt aussieht", schreibt ein "Daitokuji" in skateboard.de.

An den Magellanterrassen in der HafenCity hatte es ähnliche Probleme gegeben. Dort brachte der Bezirk als Skater-Bremse kleine Höcker an.

( reba )

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