Reeder Rantzau: Jetzt gehört ihm schon ein Drittel des Sachsenwaldes

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Nataly Bombeck

Aumühle: Fürst Ferdinand von Bismarck verkaufte erneut Teil seines Erbes.

Es ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Norddeutschlands. Zahllose Wanderwege entlang der Bille und der Schwarzen Au sowie romantische Pfade unter Eichen, Buchen und Birken locken jährlich eine Million Ausflügler. Der Sachsenwald - Naherholungsgebiet und "Grüne Lunge" der Hamburger in Reinbek/Aumühle. Jetzt hat der Eigentümer, Fürst Ferdinand von Bismarck (73), Urenkel von Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898), wieder einen Teil seines Erbes verkauft.

Vergangene Woche unterzeichnete er einen Vertrag über den Verkauf von 250 Hektar Wald. Der Käufer: Südafrikas Honorarkonsul, der Hamburger Reeder Eberhart von Rantzau (55, Deutsche Afrika Linien, J. T. Essberger, Transocean Liners). "Es handelt sich um ein Waldstück, das an die Königsallee angrenzt. Vorwiegend Buchen- und Eichenwald, den ich als Jagdrevier nutzen werde", bestätigt Eberhart von Rantzau.

Es ist bereits das dritte Mal, daß Eberhart von Rantzau, dessen Familie übrigens entfernt verwandt ist mit den Bismarcks, ein Stück des Sachsenwaldes erwirbt. Bereits 1989 kaufte er einen Teil, erst vor zwei Jahren kamen weitere 500 Hektar hinzu. Jetzt gehören ihm rund 2250 Hektar (eine Fläche so groß wie 2250 Fußballfelder) des etwa 6000 Hektar großen Sachsenwaldes - also mehr als ein Drittel. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Hat Fürst Ferdinand von Bismarck, dessen Familie ein stattliches Schloß in Friedrichsruh bewohnt, Finanzprobleme? "Der Verkauf bedeutet eine weitere Umdisponierung unserer Anlagen. Wälder sind schon seit längerem nicht mehr rentabel. Der Verkauf an den mir freundschaftlich verbundenen Eberhart von Rantzau ist eine finanzielle Absicherung für die Zukunft und sichert auch Arbeitsplätze. Man muß ja das ganze Schiff "Sachsenwald" über Wasser halten", sagt Fürst Ferdinand von Bismarck.

In seinem Käufer sieht er außerdem einen erfahrenen Jäger, der sich auf Waldpflege und Wildhege versteht. "Ich verbringe viele Wochenenden zur Entspannung mit meiner Familie auf der Jagd. Der Sachsenwald ist für mich, einen leidenschaftlichen Jäger und Bewahrer des gesunden, gepflegten Forstes, ein Naturparadies. Durch den Ankauf kann ich den Gesamtbetrieb effektiver nutzen", sagt Eberhart von Rantzau. So geht er, oft zusammen mit Fürst Ferdinand von Bismarck, im Sachsenwald auf Schwarzwild-, Rot- oder Damwild-Jagd. Zu Eberhart von Rantzaus Jagdrevier gehören außerdem zwei idyllisch gelegene, reetgedeckte Forsthäuser.

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