Die Brasilianer - sie spielen, wie sie tanzen

Die Art, wie sie tanzen. Die Hüften schwingen, den Kopf schütteln, die Arme kreisen lassen. Und ihre Beine! Man glaubt, sie hätten mindestens vier davon. Das ist das Problem. Sie tanzen auch an diesem Abend im Stadtpark. Voller Leidenschaft, voller Liebe, voller Lust. Brasilianer sind nicht vernünftig. Nicht auf einem Konzert von Daniela Mercury, der brasilianischen Samba Queen. Nicht im Fußball. "Ihr verliert", sagt Rogreiro Rodrigues. Er trägt dieses wunderbar, leuchtend gelbe Trikot mit dem frischen Grün. Eine Mischung aus Zitrone und Limette. Anders als die deutschen Farben, schwarz und weiß, oder gar grau. Manche sagen "wehrmachtsgrau" dazu. Rogreiro zählt auf, warum wir verlieren werden. Er wartet auf seine Caipirinha. Es gibt so viele Gründe, dass er fast ausgetrunken hat, als er am Ende ist. Die drei wichtigsten seien aber Ronaldo, Rivaldo und Ronaldhino. "Ihr habt nur Kahn", sagt er, "niemals hat ein Torwart eine WM alleine gewonnen." Kahn kann nicht tanzen. Das ist also das Problem. Nicht für sie. Für uns. Patricia Jähnsch ist mit einem Deutschen verheiratet. Vielleicht reißen sich einmal die Manager der großen Vereine um ihren Sohn: Die Technik eines Brasilianers, gepaart mit der Gradlinigkeit eines Deutschen muss den perfekten Fußballer ergeben. Ob er dann für Deutschland spielt, ist aber sehr fraglich. Patricias Herz ist nämlich brasilianisch, sagt sie, und es sei zwar riesengroß, ihr Herz, aber leider schlägt es nur für die "Selecao". So nennen Brasilianer liebevoll ihre Mannschaft. Sie geben den Spielern auch Kosenamen. Ronaldhino zum Beispiel ist der "kleine Ronaldo", erklärt Patricia. Niemand nennt Miroslav Klose "Völlerinho". Das ist der Unterschied, sagt Patricia.