Kunst aus Internat Louisenlund - für Schüler in Afghanistan

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Nataly Bombeck

Auktion: Im Hamburger Stadtpalais von Sotheby's steigerten 200 Gäste mit. Die Idee kam von zwei Schülerinnen.

Sie trugen alle blau-rot-gestreifte Krawatten auf frisch gebügelten weißen Hemden, zeigten stolz die Farben des schleswig-holsteinischen Hauses Oldenburg und ihrer Schule, dem bei Eckernförde gelegenen Internat Stiftung Louisenlund. Gestern abend hatten rund 30 Schüler unter Regie der angehenden Abiturientinnen Louisa von Saucken (19) und Anna Westphal (19) von der renommierten Schule zur Benefiz-Auktion in die Tesdorpfstraße gebeten. Sie versteigerten im Stadtpalais von Sotheby's 40 eigene Bilder und elf weitere von namhaften Künstlern wie Prinz Philipp zu Hessen, Donata Wenders, Carsten Witte und Ingeborg Prinzessin zu Schleswig-Holstein.

Letzere hatte die Schirmherrschaft für die Aktion "Schüler helfen Schülern in Afghanistan", einer Benefizauktion zugunsten des Kinderhauses "Peiwand-e-Nur" in Kabul/Afghanistan übernommen. "Im vergangenen Sommer lernte ich auf einem Internat in England die Töchter von Jürgen Todenhöfer, Autor des Buches ,Wer weint schon um Abdul und Tanaya' kennengelernt. Sie erzählten mir vom aussichtslosen Alltag afghanischer Kinder, ihren körperlichen und seelischen Schäden nach Jahren der Sowjetbesatzung. Da beschlossen wir, konkret zu helfen und starteten an unserer Schule eine Mal-Aktion. Der Erlös für die Bilder am heutigen Abend soll dem in Kabul geplanten Kinderhaus zugute kommen. Im Sommer wird das Haus eröffnet", erzählte Louisa Saucken, die selbst ein Schwarzweißbild für die Auktion malte.

"Als ich von der Aktion der Louisenlunder Schüler hörte, habe ich sofort beschlossen mitzumachen. Nicht nur weil ich selbst in Louisenlund zur Schule ging, sondern, weil ich das Engagement der Schüler großartig finde", sagte Philipp Herzog von Württemberg, Sotheby's-Repräsentant Deutschland. Er leitete die Auktion und war nur für den Abend aus Paris angereist. Große Unterstützung fand er bei Hamburgs Sotheby's-Leiterin Katharina Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein.

"Die Schülerbilder haben wir alle bei 100 Euro angesetzt. Die anderen schwanken zwischen 600 und 1000 Euro. Wir hoffen, rund 10 000 Euro heute abend zusammenzubekommen", sagte sie. Zusammen mit Ingeborg Prinzessin zu Schleswig-Holstein, einer ehemaligen Internats-Schülerin und heute Mitglied im Louisenlunder Stiftungskuratorium, hatte sie zuvor für die Auktion geworben.

Und so drängten rund 200 Gäste in die weiße Stadtvilla, genossen neben einem spannenden Auktionsverlauf Wein, Brezeln und das Wiedersehen mit zahlreichen Ex-Louisenlundern und Hamburger Freunden. Mit dabei: Philipp Graf von Hardenberg (Vorstand Stiftung Louisenlund), Marie-Alix Herzogin zu Schleswig-Holstein, die Unternehmer Claus Ungelenk und Klaus von Bismarck, mit Ehefrau und PR-Beraterin Gerti von Bismarck, Filippa Berlin, Isabella von Bethmann-Hollweg (Kunsthandel), Galeristin Nane Mundt, Mohammed Mogaddedi (Kinder-Hilfsprojekte Afghanistan), Martin Möller-Pisani (Kunsthandel).

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