Jetzt bleibt nur noch ein kleiner Rest Hoffnung

"Wir haben die Hoffnung eigentlich aufgegeben, Martin und Wiebke unversehrt zurückzubekommen." Utz Wilke (38) klingt erschöpft, als er diesen Satz ausspricht. Seit zehn Tagen warten er, seine Familie und unzählige Freunde auf ein Lebenszeichen von seinem Bruder Martin Wilke (36) und Wiebke Kranert (29) aus Othmarschen. Das Paar hatte Weihnachten im Theptharo Lagoon Beach Resort in Khao Lak (Thailand) verbracht - seit der Flutwelle fehlt jede Spur. Und dennoch: Einen Rest Hoffnung, daß die beiden entgegen aller Wahrscheinlichkeit noch am Leben sind, will Utz Wilke behalten: "Vielleicht sind sie schwer verletzt, nicht identifiziert, irgendwo in einem abgelegenen Krankenhaus."

Die Familien Wilke und Kranert haben einen eigenen "Krisenstab" zusammengestellt. Freunde des Paares sind als Such-Trupps im Krisengebiet in Thailand, fahren dort von Krankenhaus zu Krankenhaus und hoffen, unter den Verletzten Martin und Wiebke zu entdecken. "Mein Vater, Schwiegervater und ich wägen quasi stündlich ab, ob wir selbst nach Thailand fliegen und suchen sollen", so Utz Wilke.

Aber das Auswärtige Amt habe abgeraten, Wilke will auch nicht die Rettungsarbeiten behindern. So sitzt er zu Hause in der Nähe von Bad Segeberg, durchforstet das Internet, stellt Suchanzeigen ein, versucht, telefonisch in Thailand weiterzukommen. "Das ist schwierig, die Leitungen sind oft stundenlang besetzt."

Die Eltern des Paares haben ihre Kinder bei der Hamburger Polizei offiziell vermißt gemeldet. In den nächsten Tagen werden die Ermittler in die Wohnungen von Wiebke und Martin kommen und dort DNA-Spuren sichern. Überwältigt ist Utz Wilke von der Hilfsbereitschaft der Menschen: "Völlig Fremde bieten uns ihre Hilfe an, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen rufen auf Anfragen sofort zurück, auch wenn sie uns nichts Positives berichten können."