Hamburger bekennen: Wir glauben an Gott

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Anne Klesse

Kirche: Johannes B. Kerner und andere Persönlichkeiten sprechen in einem jetzt erschienenen Buch über ihren Glauben

"Wir glauben" - das bekennen 14 Persönlichkeiten, darunter der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (49, CDU), der ehemalige Umweltsenator Fritz Vahrenholt (55, SPD), Schauspieler und Musiker Gustav Peter Wöhler (48) und die Moderatoren Jörg Pilawa (39) und Johannes B. Kerner (39). Das gleichnamige Buch stellten von Beust, Kerner und Hamburgs Hauptpastorin und Pröpstin des Kirchenkreises Alt-Hamburg, Ulrike Murmann (43), gestern im Rathaus vor.

Murmann freute sich: "Menschen haben sich zusammengetan und sagen öffentlich ,Wir glauben.' Das zeigt, daß das Thema Glaube bedeutsamer ist, als es uns häufig scheint." Auch der wegen einer Erkältung heisere Johannes B. Kerner betonte: "Glaube ist ein wichtiges Thema für mich." Er stehe zwar nach wie vor zu seinem Austritt aus der katholischen Kirche, habe aber im Laufe der vergangenen Jahre zum Glauben zurückgefunden. "Ich habe manchmal Probleme mit der Amtskirche, ein Beispiel dafür ist die Haltung des Papstes zum Thema Aids."

Trotzdem schließe Kerner nicht aus, irgendwann wieder einzutreten. Der Glaube an Gott und die Bibel dominiere in seinem Leben zwar nicht, "aber er spielt eine große Rolle". Auch in seinen Sendungen komme das Thema Glaube häufig vor. "Letztendlich geht es immer um die Grundthemen Krankheit, Tod, Glaube, Freundschaft, Liebe und Hoffnung." Im Buch verrät Kerner, daß er und seine Frau Britta abends vor dem Einschlafen mit ihren beiden Kindern beten.

Autorin Susanne Raubold (45) hatte den Moderator und andere bekannte Persönlichkeiten aus Medien, Kultur und Politik angesprochen und um ihre Mitwirkung gebeten. "Ich fand ihre Idee toll, das Thema hat mich interessiert", so Kerner. Also traf sich Raubold mit Johannes B. Kerner, NDR-Moderatorin Bettina Tietjen (44), Politikerin Gesine Schwan (61, SPD) und Co., um sie zu ihrem Glauben und zu Gott im Alltag zu befragen.

Auch Ole von Beust gibt in dem Buch Privates preis. Er lebe seinen Glauben meist allein, empfinde regelmäßig das Bedürfnis zu beten. Selten aber gehe er in die Kirche. "Meine Gespräche mit Gott sind privater Natur", sagte er der Autorin. "Oft wird das Gefühl ausgelöst durch eine Wahrnehmung in der Natur. Da ist ein lauer Sommerwind, ein Rapsfeld, das in intensivem Gelb strahlt, oder die Sterne in einer klaren Winternacht", verrät er. Ole von Beust ist sonst bei privaten Fragen sehr zurückhaltend. "Ich finde es unanständig, dauernd zu fordern oder zu bitten", sagt er. "Manchmal allerdings halte ich das nicht durch." Die Bitte um Erfolg sei etwas anderes. "Darüber freue ich mich zwar, bin aber niemandem dankbar."

Das Buch "Wir glauben. Gespräche mit Prominenten über Gott im Alltag" von Susanne Raubold (144 Seiten) ist im EB-Verlag erschienen und kostet 19,80 Euro.

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