Die "Queen" - sie kommt wieder

Besuch: Reisepläne geändert - Das weltgrößte Passagierschiff wird am 1. August 2005 für zehn Stunden im Hafen festmachen.

Die "Queen Mary 2" kommt im nächsten Sommer wieder nach Hamburg, weil der erste Besuch des Ozeanriesen nicht nur 400 000 Besucher an die Elbufer lockte, sondern auch ein Millionengeschäft brachte: Nach dem Hamburg-Besuch gingen 2500 Extra-Buchungen für Kreuzfahrten ein: Das bedeutet ein Umsatzplus von fünf Millionen Euro!

Am 1. August, einem Montag, wird das weltgrößte Passagierschiff um sieben Uhr morgens für zehn Stunden im Hafen festmachen. Das gab gestern die Cunard Line bekannt. Der kurze Zwischenstopp bedeutetet eine kleine Sensation. Denn um Hamburg 2005 anlaufen zu können, wurden die Reisepläne fast sechs Monate nach Erscheinen des Prospektes geändert. "Das hat es noch nie gegeben", sagt Anja Tabarelli (39), Chefin der Reederei Cunard Deutschland.

Noch etwas wird sich am 1. August entscheiden: Hamburg hat die Chance, zur Anlaufstation des Luxus-Kreuzfahrers zu werden. "Es ist ein Testballon. Das hat uns die Cunard-Zentrale in den USA mitgeteilt", sagt Anja Tabarelli. Wenn die Reise die Erwartungen erfüllt, wird die ,QM 2' Hamburg regelmäßig anlaufen."

Der neue Reiseplan sieht so aus: Der Luxusliner kommt am 1. August von einer neuntägigen Nordlandtour (England-Frankreich-Norwegen), die in Hamburg endet. Bis 17 Uhr wechseln die Passagiere; dann beginnt die "Jungferntour": die erste Reise der "Queen Mary 2" von Hamburg aus über den Atlantik nach New York. Während der achttägigen Reise (mit Auftritten von Erfolgsautorin Hera Lind) gibt es in Southampton einen Zwischenstopp. Die Preise für die Transatlantik-Tour beginnen bei 1950 Euro (Zwei-Bett-Innenkabine) und gehen bis 25 310 Euro für die 209 Quadratmeter große Doppel-Suite. Ein neuer Prospekt für diese Reise ist ab heute zu erhalten (Telefon: 0180-596 97 96). Ob wieder Kapitän Paul Wright das Schiff nach Hamburg fährt oder Commodore Ronald Warwick, ist noch nicht entschieden.

Die Idee zur Fahrplanänderung hatte die Deutschland-Chefin der Reederei. "Ich habe einfach die Gunst der Stunde genutzt und den Fahrplan für Hamburg umgeschrieben. Obwohl wir in Deutschland skeptisch waren, hat das Management den Vorschlag akzeptiert", sagt Anja Tabarelli.

Ausschlaggebend war erstens die Euphorie der Hamburger am 19. Juli. Kapitän Paul Wright hatte extra die Passagiere wecken lassen, damit diese den Massenempfang nicht verpaßten. Wrigth schrieb auch in einem Brief: "So etwas habe ich in meinem Leben als Kapitän noch nie erlebt."

Zweitens setzte nach dem Hamburg-Besuch ein Buchungsboom ein. "In den ersten Tagen danach gingen täglich 150 Buchungen ein. Das ist sensationell. Allein für die Karibik-Reise kamen 350 Anmeldungen. Insgesamt sind es 2500 Buchungen, die der Besuch der ,Queen Mary 2' bewirkt hat", sagt Anja Tabarelli. Im Schnitt gibt nach Reederei-Angaben ein "QM 2"-Passagier für eine sechstägige Tour 2000 Euro aus. Somit hat der Hamburg-Besuch für ein Umsatzplus von fünf Millionen gesorgt.