Eiffe, der Bär - das erste Phantom

Schon einmal sorgte jemand mit merkwürdigen Hinweisen auf Straßenschildern für Wirbel in Hamburg: Im Mai 1968 war "Eiffe, der Bär" nicht zu bremsen. Peter-Ernst Eiffe (Jahrgang 1941) überzog ganz Hamburg mit seinen Sprüchen. "Eiffe schenkt Frauen Rosen", schrieb er auf Muttertagsplakate. Unter Schilder mit der Aufschrift "Einfahrt verboten", schrieb er: "Sonst schimpft Eiffe". Nur zehn Tage und Nächte brauchte Eiffe, um bekannt zu werden. Und die Stadt lachte über ihn. Auf Plakaten, Anschlagtafeln, Briefkästen, Verkehrsschildern, Hauswänden, Zebrastreifen und in U-Bahnschächten kritzelte er seine Sprüche. "Eiffe, der Bär kommt bald", stand zum Beispiel am Rathausportal oder: "Herr Bünning wird von Senator Schulz seit mehreren Jahren mißhandelt." Immer mit Filzschreiber, immer in Rot oder Schwarz. Als Peter-Ernst Eiffe, er hatte Betriebswirtschaft studiert und wollte Politiker werden, erwischt wurde, wollte (Bürgermeister oder Bundeskanzler) in Ochsenzoll. Bis Weihnachten 1983 hat Eiffe dann in einer Anstalt in Schleswig-Holstein gelebt, aus der er schließlich floh. Erst drei Monate später wurde er gefunden - auf einem Feld, erfroren im Schnee. (gen)