Helsinki-Besuch: Neue Fluglinie Hamburg-Shanghai angekündigt

Beust und finnischer Ministerpräsident für gemeinsames Engagement im Ostseeraum

Bürgermeister Ole von Beust (CDU) setzt sich mit Nachdruck für eine direkte Flugverbindung zwischen Hamburg und Shanghai ein. "Wenn man sich die exzellenten Beziehungen zwischen unserer Stadt und China ansieht, ist das eine logische Sache", sagte von Beust. Es laufen bereits Gespräche mit Shanghai Airlines, die sich auf der Zielgeraden befänden.

Hamburgs Chancen als Partnerstadt Shanghais stünden gut, obwohl es mit Berlin als Co-Bewerber gewichtige Konkurrenz gäbe. Jetzt liege es an der Fluglinie, den Nutzen der idealen Vebindung zu ermitteln. Mit einer Entscheidung rechnet Ole von Beust noch im Verlauf dieses Jahres. Der Bürgermeister verkündete diesen Plan an einem ungewöhnlichen Ort, nämlich mitten im Hafen von Helsinki. Zuvor hatte von Beust - am zweiten Tag seiner Finnland-Reise - ausführlich mit dem finnischen Ministerpräsidenten Matti Vanhanen konferiert. Zentrale Themen waren ein gemeinsames Engagement im Ostseeraum und die zukünftige Entwicklung des asiatischen Marktes. Beide hätten sich dabei "auf einer Linie" befunden.

Auch am zweiten Tage zeigten sich Ole von Beust und Schulsenatorin Alexandra Dinges-Dierig (parteilos) davon beeindruckt, wie stark sich die führenden Unternehmen des Landes finanziell im Bildungswesen einsetzen. Nach einem Besuch bei Nokia sagte von Beust, das Engagement des Konzerns auf diesem Gebiet sei "großartig und absolut nachahmenswert". In diesem Punkt, so von Beust zu Helsinkis Bürgermeisterin Eva-Riitta Siitonen, könne sich Hamburg eine Scheibe von Helsinki abschneiden. Seine Hauptanliegen bei der Reise seien es gewesen, von Finnland zu lernen, für Hamburg zu werben und die Menschen kennen zu lernen, bilanzierte von Beust, all das habe sich erfüllt.

Ernüchternder fiel ein Besuch der Schulsenatorin in einer Ausbildungsstätte für junge Arbeitslose aus. Hier stellte die Senatorin fest, dass Helsinki vor ähnlichen Problemen steht wie Hamburg, dass die Maßnahmen zur Wiedereingliederung und Weiterbildung allerdings in Hamburg besser sind. Bezogen auf die Zeit nach dem Schulabschluss sagte Dinges-Dierig: "Wichtig ist auch, was danach kommt, darin sind wir besser als die Finnen."

Die viel gepriesenen finnischen Schulkinder konnten der Bürgermeister und seine Delegation übrigens nicht kennen lernen - in Finnland sind zurzeit Sommerferien.